Die Neuaufstellung der SPD nach der historischen Wahlniederlage nimmt Form an: Der bisherige SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas haben ihre Bereitschaft signalisiert, auf dem Parteitag als Doppelspitze für den Parteivorsitz zu kandidieren. Das erfuhr unsere Redaktion aus Parteikreisen. Die gebürtige Duisburgerin soll damit die Nachfolge der bisherigen Partei-Chefin Saskia Esken antreten. Diese hatte am Sonntag erklärt, nicht erneut zu kandidieren.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Man wolle ein starkes Team für das Präsidium aufzustellen, dass die SPD in ihrer Breite repräsentiert, hieß es aus Parteikreisen. Dafür gab es „große Unterstützung.“ In den kommenden Tagen werden weitere Gespräche zur Gesamtaufstellung an der Parteispitze geführt.

Bas bezeichnete das Amt später als historische Aufgabe. Sie kündigte an, soziale Sicherheit, Bildungsgerechtigkeit und auch eine moderne, vielfältige Gesellschaft ins Zentrum ihrer Arbeit stellen zu wollen, sagte Bas in der Parteizentrale in Berlin. Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis von 16,4 Prozent bei der Bundestagswahl gehe es um eine Neuaufstellung der Partei.

Auch interessant

SPD: Tim Klüssendorf soll neuer SPD-Generalsekretär werden

Noch-Partei-Vorsitzende Esken und Vizekanzler Klingbeil schlugen am Montag in den Gremiensitzungen auch Tim Klüssendorf als designierten Generalsekretär vor. Damit soll der nächste Schritt des von Klingbeil am Wahlabend angekündigten Generationswechsels in der SPD eingeläutet werden. Das Parteipräsidium nahm den Vorschlag einstimmig an.

Klüssendorf kündigte an, dass die Partei zunächst die eigenen Hausaufgaben zu machen habe. „Ich glaube, wir haben einiges aufzuarbeiten. Das Wahlergebnis steckt uns allen noch in den Knochen“, betonte er. „Da müssen wir in die interne Auseinandersetzung auch hin zum Parteitag gehen, uns die Karten legen, alles offen besprechen.“

Bärbel Bas
Die neue Arbeitsministerin soll auch den SPD-Parteivorsitz übernehmen.© Anna Ross/dpa | Anna Ross

Der 33-Jährige direkt gewählte Bundestagsabgeordnete aus Lübeck soll auf dem Parteitag Ende Juni gewählt werden und jetzt bereits die Vorbereitungen im Willy-Brandt-Haus nach der Wahl des bisherigen SPD-Generalsekretärs Matthias Miersch zum Fraktionsvorsitzender übernehmen. Klüssendorf zog 2021 in den Bundestag ein und wurde Sprecher der Parlamentarischen Linken, dem linken Flügel in der SPD-Bundestagsfraktion.

Auch interessant

NRW-Parteichef: Bärbel Bas ist die Idealbesetzung

Ebenso wie Mierschs Vorgänger Kevin Kühnert war auch Klüssendorf früher bei den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, aktiv. Nach seinem Eintritt in die SPD 2007 war der studierte Betriebswirt von 2010 bis 2012 Juso-Chef von Lübeck. Nach eigenen Angaben will er frischen Wind in den Bundestag bringen und einen neuen, transparenten Politikstil prägen. 

Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD, Achim Post, begrüßte die Personalien. „Bärbel Bas ist die Idealbesetzung für den Parteivorsitz“, sagte Post über die Duisburgerin. „Mit Tim Klüssendorf bekommt die SPD zudem einen neuen Generalsekretär, der bereits in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er zurecht zu den größten Talenten innerhalb der Sozialdemokratie zählt. Hinter diesem Team wird sich die SPD geeint versammeln“, fügte Post hinzu.