Eine seiner ersten Amtshandlungen war eine Namensänderung. Nach nur wenigen Tagen im Oval Office kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass der Golf von Mexiko künftig Golf von Amerika zu heißen habe. Es folgte ein vorhersehbarer Streit mit dem südlichen Nachbarn und der Rauswurf der Nachrichtenagentur AP aus dem Pressepool der US-Regierung, weil sie sich geweigert hatte, die Umbenennung zu übernehmen.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Nun hat sich Trump das nächste Meer vorgeknöpft. Allerdings ist diesmal der Sachverhalt etwas komplizierter. Es geht um ein Binnenmeer mit einer maximalen Tiefe von 110 Metern, das in seiner Geschichte schon so manchen wohlklingenden Namen trug – „Golf des Dscham“, „Grünes Meer“ oder „Marratû“ (bitterer Strom).
Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert

In der Sprache des größten Anrainerstaates heißt es Chalīdsch-e fārs, hierzulande ist es als Persischer Golf bekannt. Die Bezeichnung geht auf die Antike zurück und war bereits in den Schriften altpersischer und griechischer Gelehrter gebräuchlich.
Der Name Persischer Golf existiert seit der Antike
Die UN-Expertengruppe für geografische Namen (UNGEGN) legte diese Bezeichnung 1959 offiziell fest, kam aber 2006 zu der Einschätzung, dass man Länder nicht davon abhalten könne, andere Namen zu verwenden. So nutzen die arabischen Anrainerstaaten überwiegend den Namen Arabischer Golf, was zu diplomatischen Streitigkeiten auf beiden Seiten führt.

US-Präsident Trump hat sich vor seiner Nahost-Reise kommende Woche nun eindeutig auf die Seite der arabischen Staaten geschlagen und laut US-Medienberichten die Umbenennung in Arabischer Golf gefordert. Die Reaktion der iranischen Seite war so erwartbar wie heftig. „Hoffen wir, dass die absurden Gerüchte über den PERSISCHEN Golf, die derzeit kursieren, nichts weiter sind als eine Desinformationskampagne sogenannter ‚ewiger Krieger‘, mit dem Ziel, Iraner weltweit zu verärgern und aufzuwühlen“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Araghtschi sprach von einer „feindseligen Absicht gegenüber dem Iran und seinem Volk“. Es handle sich um eine Beleidigung für alle Iraner – unabhängig von Herkunft oder Wohnort.

Trump-Vorstoß könnte Auswirkungen auf Atomverhandlungen haben
In den sozialen Medien äußerten sich Iranerinnen und Iraner unterschiedlichster politischer Ausrichtung – sowohl Regierungsanhänger im Iran als auch Exil-Aktivisten im Ausland – ungewöhnlich geschlossen und übten Kritik an einer möglichen Umbenennung durch die USA.
Ein Experte sprach von einem schlechten Zeitpunkt angesichts der Gespräche zwischen Washington und Teheran über Irans Atomprogramm. „Dies wird mit Sicherheit erhebliche negative Auswirkungen auf die Atomverhandlungen haben und könnte sogar unerwartete Reaktionen Irans hervorrufen“, schrieb der Experte Abdolrasool Divsallar auf X.
tok mit dpa








