Auf dem Mannschaftsfoto der SPD für die schwarz-rote Regierung finden sich viele neue Gesichter. Der Parteivorsitzende Lars Klingbeil hat sein Team für die Regierung mit der Union nach seinen Vorstellungen zusammengestellt und dabei auf manche Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen.
Lars Klingbeil: SPD-Chef setzt auf Vertraute und neue Gesichter
Zwei Beispiele: Das bewährte „Schlachtross“ Hubertus Heil geht leer aus, das Arbeitsministerium muss er trotz seiner parteiübergreifend anerkannten und teils gefürchteten Expertise räumen. Auch für Klingbeils Ko-Parteivorsitzende Saskia Esken gab es keinen Platz in der Regierung.
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Stattdessen setzt der künftige Finanzminister und Vizekanzler auf enge Vertraute und neue Gesichter. Das ist der von Klingbeil am enttäuschenden Wahlabend versprochene Generationswechsel. Trotz des neuen Teams setzt Klingbeil dennoch alles auf eine Karte: auf sich selbst.
Jetzt läuft für Klingbeil das Projekt Kanzlerkandidatur
Die SPD ist nun in Regierung, Fraktion und Parteizentrale auf den Niedersachsen zugeschnitten. Schon lange hatte niemand mehr in der traditionsreichen Partei eine solche Machtfülle. Dafür hat Klingbeil die Rückendeckung der einflussreichen sozialdemokratischen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten bekommen.

Dahinter steckt eine Strategie: Vom heutigen Tag an läuft für Klingbeil das Projekt Kanzlerkandidatur. Die SPD hat Klingbeil zu ihrer letzten Hoffnung gemacht und ihm freie Hand zur Neuaufstellung der Partei gegeben.

Am Wahlabend erlebte die SPD mit einem Ergebnis von nur 16,4 Prozent eine historische Niederlage. Geht es bei der nächsten Wahl noch weiter runter, wäre nicht nur Klingbeil gescheitert. Das Überleben der SPD als Volkspartei wäre in Gefahr.



