Amazon hat einen Bericht entschieden zurückgewiesen, in dem es hieß, der Konzern wolle bei seinen Produkten anzeigen, welcher Preisanteil durch neue US-Zölle verursacht wird. Ein solcher Schritt sei „nie für die Hauptplattform vorgesehen gewesen“, teilte der Online-Händler am Dienstag mit. Die Idee sei zwar innerhalb der Discount-Abteilung „Amazon Haul“ diskutiert worden, sei aber nie genehmigt oder umgesetzt worden – weder dort noch anderswo im Unternehmen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Hintergrund ist ein Bericht des US-Portals „Punchbowl News“, das unter Berufung auf Insider gemeldet hatte, Amazon plane eine Art „Zoll-Etikett“. Demnach sollten Kunden bei jedem Produkt sehen können, wie stark sich die von Donald Trump angekündigten neuen Zölle auf den Preis auswirken. Die Reaktion aus dem Weißen Haus folgte prompt: Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete die angeblichen Pläne als „feindlichen politischen Akt“.

Amazon: Heftige Kritik von US-Regierung

Amazon veröffentlichte daraufhin zwei Klarstellungen. In der zweiten hieß es knapp, die diskutierte Idee sei intern nie freigegeben worden. Der Konzern betonte, dass es auf der Hauptseite von Amazon keine Erwägungen in diese Richtung gegeben habe – und auch keine Hinweise auf eine Umsetzung.

News aus den USA

Trump-Sprecherin Leavitt sagte, sie habe gerade mit dem Präsidenten darüber gesprochen. Auf die Frage, ob Amazon-Gründer Jeff Bezos noch ein Trump-Unterstützer sei, antworte die Sprecherin, sie wolle nicht über die Beziehungen des Präsidenten mit Bezos sprechen, wiederholte aber, dies sei ein „feindlicher und politischer Akt“.

Amazon-Verkäufer sagen „Amazon Prime Day“ ab

Bezos hatte in letzter Zeit die Nähe zu Trump gesucht, und dafür etwa auch bei der „Washington Post“, die ihm gehört, Einfluss genommen. Vor der US-Wahl im November hatte er etwa eine bereits verfasste Wahlempfehlung für Donald Trumps Kontrahentin Kamala Harris gestoppt und damit Kritik innerhalb der Redaktion und in der Leserschaft ausgelöst.

Wie verschiedene Medien berichten, erwartet Amazon noch ein anderes Problem. Wegen der Zölle hätten viele Verkäufer, die ihre Waren normalerweise auf der Plattform platzieren, ihre Teilnahme am „Amazon Prime Day“ abgesagt – üblicherweise ein besonders umsatzstarke Aktion.

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Besonders hart von Trumps Zoll-Politik betroffen ist China. Mit Zöllen von 145 Prozent auf nahezu alle Importprodukte ist ein regelrechter Handelskrieg entfacht. Experten gehen davon aus, dass auch Unternehmen in den USA selbst unter Trumps Entscheidungen leiden werden. Vor allem kleine und mittelständische Firmen seien betroffen.