Bei einem kombinierten russischen Raketen- und Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, teilte der Katastrophenschutz mit. Unter den Verletzten sind nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auch sechs Kinder.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Weitere Opfer werden unter den Trümmern vermutet, denn auch in den Morgenstunden sind die Bergungs- und Rettungsarbeiten bislang nicht beendet. „Aus den Trümmern der Ruinen ist das Klingeln von Telefonen zu hören – die Suche geht weiter, bis wir sicher sind, dass wir alle haben“, sagte der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko der Nachrichtenagentur Unian zufolge. So suchen die Rettungstrupps noch zwei Kinder, die bislang nicht am Unglücksort gefunden wurden.

Auch interessant

Russischer Luftangriff auf Kiew: Selenskyj bricht Südafrika-Reise ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kürzt aufgrund des Angriffs seinen Besuch in Südafrika ab. Direkt nach dem Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa will Selenskyj in die Ukraine zurückkehren.

In der Nacht hatte das russische Militär einen massiven Angriff aus der Luft gegen das Nachbarland gestartet. Zum Einsatz gekommen seien Drohnen, ballistische Raketen, aber auch Marschflugkörper wie die seegestützten modernen Lenkwaffen vom Typ Kalibr, teilten die Behörden mit.

Auch interessant

Neben Kiew auch Charkiw und weitere Regionen betroffen

In Kiew gab es Einschläge an mehreren Orten, am schwersten betroffen war demnach der Stadtbezirk Swjatoschyn im Nordwesten der Hauptstadt. Mehrere Hochhäuser wurden beschädigt, auch Garagen und eine Vielzahl von Autos brannten aus.

Auch den Osten der Ukraine nahmen die russischen Streitkräfte ukrainischen Angaben zufolge unter Beschuss. Der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, teilte mit, dass die zweitgrößte Stadt des Landes von sieben Raketen getroffen worden sei. Später fügte er hinzu, dass „ein massiver Drohnenangriff“ auf die Stadt im Gange sei. Die Bewohner forderte er auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg

Neben Kiew und Charkiw wurden auch die Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja und Schytomyr angegriffen. In letzterer wurde etwa ein Feuerwehrmann im Einsatz verletzt, als die Russen eine zweite Angriffswelle starteten – eine Taktik, die Russland häufiger anwendet, um nach einer ersten Attacke auch die heraneilenden Rettungskräfte zu treffen. Schon am Mittwoch hatte es einen schweren russischen Angriff auf mehrere ukrainische Regionen gegeben. In der Stadt Dnipropetrowsk wurden dabei neun Menschen getötet.

jst/dpa, AFP