In einer seriösen, ernst zu nehmenden Regierung muss eigentlich klar sein, was sich Minister erlauben dürfen und was nicht. Zu den Dingen, die auf keinen Fall gehen und zum sofortigen Rücktritt oder Rausschmiss führen sollten, gehört der schlampige Umgang mit sensiblen Informationen.

Donald Trump: Im Kosmos des US-Präsidenten wimmelt es von zweifelhaften Figuren
In der Truppe von US-Präsident Donald Trump gelten solche Maßstäbe nicht. Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth steht gerade zum wiederholten Male in der Chat-Affäre unter Druck: Er soll Pläne zu Angriffen auf die Huthi-Miliz im Jemen über eine frei verfügbare App nicht nur mit hochrangigen Regierungsmitarbeitern geteilt haben, sondern auch mit seiner Ehefrau, seinem Bruder und weiteren Personen. Der Pentagon-Chef ist offenkundig ein Sicherheitsrisiko für die Vereinigten Staaten. Gleichwohl klebt er an seinem Amt. Und der Präsident stärkt ihm – zumindest nach außen – den Rücken.
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All das ist bezeichnend für Donald Trump und seine zweite Präsidentschaft. In Trumps Kosmos wimmelt es von zweifelhaften und ahnungslosen Figuren wie Hegseth, die sich maßlos überschätzen und keinerlei Respekt für staatliche Institutionen an den Tag legen. „Wie der Herr, so’s Gscherr“, pflegt man im Deutschen zu sagen.

Das Ergebnis ist das totale Chaos: im Verteidigungsministerium, in der Handels- und Wirtschaftspolitik, in den Außenbeziehungen zu Freunden und Feinden. Die vielen tüchtigen Beamten in den Ministerien, die bei Regierungswechseln normalerweise den Laden am Laufen halten und dafür Sorge tragen, dass nichts anbrennt, sind bereits entlassen oder müssen befürchten, demnächst entlassen zu werden. In Washington regieren Ruchlosigkeit und Unvermögen. Donald Trump hat nicht einmal 100 Tage im Amt gebraucht, um das unter Beweis zu stellen.






