Seit dem 1. April 2024 ist der Konsum von Cannabis in Deutschland erlaubt. Ein Jahr später ist die Legalisierung aber immer noch hochumstritten. So warnte nun unter anderem der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, vor den Folgen der Legalisierung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Das ganze Ausmaß der Probleme der Cannabis-Teillegalisierung wird unsere Gesellschaft erst in ein paar Jahren treffen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die Trivialisierung des Cannabis-Konsums durch die Teillegalisierung führe zu mehr Konsum und mehr medizinischen und sozialen Problemen. „Cannabis ist als Genussmittel völlig ungeeignet – insbesondere für junge Menschen unter 25 Jahren“, so Preis.
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Apothekerpräsident über Cannabis-Legalisierung: Internet-Rezepte problematisch
Mit Sorge sieht der Apothekerpräsident auch den sprunghaften Anstieg der Verschreibungen von medizinischem Cannabis: „Die Zahlen dürften sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht haben“, erklärte er. Ein erheblicher Anteil daran werde den höchst umstrittenen Verordnungsplattformen im Internet zugeschrieben.

„Dort wird telemedizinisch, oft nur nach Ausfüllen eines Fragebogens, das Rezept ausgestellt“, sagte Preis. Das bloße Ausfüllen eines Fragebogens dürfe aber nicht die Möglichkeit eröffnen, in den Besitz von medizinischem Cannabis zu kommen.
Die frühere Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, kritisiert zum Jahrestag ebenfalls die Legalisierung. So spricht sich die SPD-Vorsitzende von Rheinland-Pfalz vor allem für mehr Prävention gegen Cannabissucht aus. Das sei eine Aufgabe der künftigen Bundesregierung, sagte sie im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
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Frühere Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert mehr Prävention und Suchtberatung
„Ich war und bleibe durchaus skeptisch gegenüber der Cannabis-Legalisierung“, sagte Bätzing-Lichten. Sie forderte auch eine größere Unterstützung für Suchtberatung und Therapie. „Als Drogenbeauftragte der Bundesregierung war ich sehr oft in Entzugskliniken und Selbsthilfegruppen. Ich habe mit vielen Suchtkranken gesprochen - ich weiß also, welche schweren, oft lebenslangen gesundheitlichen und sozialen Folgen Cannabiskonsum haben kann.“
Zwar werde nicht jeder Cannabiskonsument abhängig oder greife zu härteren Drogen. Besorgniserregend sei jedoch, dass immer mehr immer jüngere Menschen mit dem Cannabiskonsum begännen. Zudem hätten Cannabispflanzen und -produkte heute viel höhere Werte des berauschenden Stoffs THC. Damit seien die Auswirkungen heute ganz andere als noch vor einigen Jahren.
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Gesetz erlaubt Besitz von bis zu 50 Gramm Cannabis
„Deshalb habe ich mich immer konsequent dafür ausgesprochen, Legalisierung und wirkungsvolle Aufklärung, Jugendschutz sowie Prophylaxe zusammenzudenken“, betonte Bätzing-Lichtenthäler. Es gelte, einen Anstieg der Suchterkrankungen zu verhindern. „Das bedeutet, dass wir mehr Gelder bereitstellen müssen für Fachkräfte für Prävention, für Suchtberatungsstellen und für Therapie-Angebote“, erklärte die SPD-Politikerin.
Seit dem 1. April 2024 ist der Konsum von Cannabis in Deutschland legal. Erwachsene ab 18 Jahren dürfen seitdem bis zu 25 Gramm Cannabis zum eigenen Verbrauch bei sich haben und zu Hause bis zu 50 Gramm aufbewahren. Im Eigenanbau sind drei Pflanzen erlaubt. Zugleich hatte die Ampel-Regierung von SPD, Grünen und FDP das Budget für Präventionsprojekte erhöht. Die Union hatte im Wahlkampf angekündigt, die Legalisierung wieder abzuschaffen.
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