US-Präsident Donald Trump hat Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte angekündigt. Das sagte der Republikaner im Weißen Haus. Wie die „New York Times“ berichtet, solle die Regelung ab dem 2. April in Kraft treten und auch für US-Modelle gelten, die im Ausland gefertigt werden. Trump will damit erreichen, dass Autohersteller vermehrt in den USA produzieren. Eine direkte Folge dürfte aber sein, dass die Preise für Neuwagen in den USA steigen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die wichtigsten Autohersteller in den USA sind General Motors, Ford und Stellantis, die zusammen rund die Hälfte der Pkw-Produktion im Land ausmachen. Die USA importieren aber auch einen bedeutenden Teil an Kraftfahrzeugen, Motoren und anderen Autoteilen.
Fast die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge sind importiert
Fast die Hälfte aller in den USA verkauften Fahrzeuge wird importiert, wie die „New York Times“ unter Berufung auf Daten der Wall-Street-Beratungsfirma Bernstein berichtete. Fast 60 Prozent der Teile in Fahrzeugen, die in den USA montiert werden, stammen demnach aus dem Ausland.
Zu den wichtigsten Lieferanten gehören Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland. Zölle auf Fahrzeugimporte dürften daher die deutsche Autoindustrie erheblich belasten. Denn die USA sind ihr wichtigster Absatzmarkt, wie jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.
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Kein anderes Land nahm so viele neue Pkw aus Deutschland ab wie die USA: Sie lagen mit einem Anteil von 13,1 Prozent an den Exporten vorn, gefolgt von Großbritannien (11,3 Prozent) und Frankreich (7,4 Prozent). Die Exporte in die USA sind dem Verband der Automobilindustrie zufolge damit zum Vorjahr gestiegen.
EU hatte Zölle auf US-Produkte zunächst verschoben
Seit seinem Amtsantritt im Januar hatte der US-Präsident bereits eine Reihe von Zöllen angekündigt oder in Kraft gesetzt, so gelten seit dem 12. März neue US-Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren.
Die Europäische Union hatte im März Importzölle auf ausgewählte US-Produkte wie Jeans, Whiskey und Motorräder beschlossen, Diese sollten eigentlich ab dem 1. April gelten, wurde aber zunächst um zwei Wochen verschoben.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb in einer Stellungnahme auf der Plattform „X“: „Ich bedauere die Entscheidung der USA zutiefst. [...] Zölle sind Steuern – schlecht für Unternehmen, schlimmer noch für Konsumenten, in dne USA und in der EU.“ Die Europäische Union werde weiterhin versuchen, nach einer „verhandelten Lösung“ zu suchen und gleichzeitig ihre wirtschaftlichen Interessen wahren.
Verband der Autoindustrie: Zölle sind „fatales Signal“
Auch der Verband der Deutschen Autoindustrie (VDA) hat die angekündigten Zölle scharf kritisiert. Die Zölle seien ein „fatales Signal für den freien und regelbasierten Handel“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der „Bild“-Zeitung. Die Zölle seien eine „erhebliche Belastung sowohl für die Unternehmen als auch die eng verwobenen globalen Lieferketten der Automobilindustrie – mit negativen Folgen vor allem für die Verbraucherinnen und Verbraucher – auch in Nordamerika“.

Die zusätzlichen Zölle würden auch die US-Wirtschaft direkt treffen, mahnte Müller. Die Konsequenzen daraus würden Wachstum und Wohlstand „auf allen Seiten kosten“. Die bisherige Zollpolitik des US-Präsidenten sei daher vor allem auch in der US-Industrie auf deutliche Kritik gestoßen. „Fakt ist aber auch: Zusätzliche Zölle haben zudem erhebliche negative Auswirkungen auf die Exporte aus der EU in die USA.“
Der VDA fordert nach der Zoll-Ankündigung umgehende Verhandlungen zwischen den USA und der EU über ein bilaterales Abkommen. „Dieses würde ein Forum für die Erörterung der verschiedenen tarifären und nichttarifären Hemmnisse für Automobilprodukte bieten und könnte zu einem ausgewogeneren Vorgehen führen“, sagte Müller. Auch seien Gespräche über gesetzliche Regelungen, Normen und Zertifizierungen wünschenswert. Dies würde für beide Seiten des Atlantik Vorteile bringen und die Effizienz auf beiden Seiten erhöhen.
dpa/afp/lro/mein




