Fritz Streletz, der ehemalige Vize-Verteidigungsminister der DDR, ist tot. Das berichten verschiedene Medien wie die „Berliner Zeitung“ übereinstimmend. Er wurde 98 Jahre alt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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1926 in der damals deutschen Provinz Oberschlesien geboren, diente Streletz während des Zweiten Weltkriegs in der Wehrmacht. Nach seiner Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft trat er 1948 der Deutschen Volkspolizei (DVP) und der SED bei. Nach einem Studium in der Sowjetunion stieg er in der NVA auf und machte schließlich auch politisch Karriere.

Auch im hohen Alter verteidigte Streletz das DDR-Regime

So war er von 1971 bis 1989 als Nachfolger von Erich Honecker Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates. 1979 wurde er zum stellvertretenden Minister für Nationale Verteidigung und Chefs des Hauptstabes berufen. Zudem war er von 1979 bis 1989 Stellvertretender Oberkommandierender der Streitkräfte des Warschauer Paktes.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde Streletz 1991 verhaftet und ein Jahr später als Mitverantwortlicher des Grenzregimes an der Berliner Mauer in den Mauerschützenprozessen angeklagt. Wegen Anstiftung zum Totschlag wurde er schließlich 1993 zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof änderte das Urteil nach einer Revision auf Totschlag, behielt das Strafmaß aber bei. Eine Beschwerde von Streletz gegen das Urteil wies der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2001 ab. Der Politiker verteidigte das Vorgehen des DDR-Regimes an der innerdeutschen Grenze bis ins hohe Alter.

nfz