An irrwitzigen geopolitischen Vorhaben mangelt es Donald Trump nicht. Der US-Präsident hat den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenannt, er will den Panama-Kanal „rückgewinnen“ und hat Interesse an einer Annexion Grönlands. Dem französischen Europaabgeordneten Raphaël Glucksmann reicht es. Bei einer Rede vor rund 1500 Delegierten seiner Mitte-Links-Partei Place publique (PP) machte er einen forschen Gegenvorschlag – und forderte die Freiheitsstatue von den Vereinigten Staaten zurück.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Wir sagen den Amerikanern, die sich auf die Seite der Tyrannen geschlagen haben, den Amerikanern, die Forscher wegen ihrer Forderung nach wissenschaftlicher Freiheit entlassen haben, sagen: ‚Gebt uns die Freiheitsstatue zurück‘“, sagte Glucksmann. „Wir haben sie euch geschenkt, aber offenbar verachtet ihr sie. Ich denke, sie wird zu Hause (in Frankreich, Anmerkung d. Redaktion) besser aufgehoben sein“.

Glucksmann kritisierte in seiner Rede die politische Entwicklung in den USA unter der Führung Donald Trumps scharf. Wenige Wochen nach seiner Inauguration kürzte der Präsident Budgets für Hilfsorganisationen und Forschungseinrichtungen. Tausenden Regierungsmitarbeitern, vielen davon im Bildungsministerium, wurde gekündigt. Zudem verfolgt Trump eine rigorose Verschärfung der Migrationspolitik.

News aus den USA

Trump-Sprecherin reagiert: Freiheitsstatue bleibt in den USA

Das Weiße Haus hat die Forderungen des französischen Politikers zurückgewiesen, die New Yorker Freiheitsstatue an Frankreich zurückzugeben. „Auf gar keinen Fall“, sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump auf die etwas zugespitzte Frage eines Journalisten, ob der Republikaner plane, das Wahrzeichen nach Frankreich zurückzuschicken. 

Leavitt fügte hinzu, dass ihr Rat an den „unbedeutenden französischen Politiker“ sei, dankbar zu sein. „Die Franzosen sprechen nur dank der Vereinigten Staaten von Amerika jetzt nicht Deutsch.“ Daher sollten sie „unserem großartigen Land“ sehr dankbar sein, so Leavitt. Sie führte nicht aus, was genau sie damit meinte. Die Aussage dürfte aber auf die Rolle der USA im Zweiten Weltkrieg anspielen. Deutschland hatte Frankreich damals besetzt. Die USA, Großbritannien und weitere Alliierte trugen entscheidend zur Befreiung Frankreichs bei. 

Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert

Die Freiheitsstatue ist das zentrale Symbol Amerikas. Sie war ein Geschenk Frankreichs zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung 1776. Sie steht auf Liberty Island und thront über dem New Yorker Hafen. Dort erreichten zur Jahrhundertwende Tausende Einwanderer aus Europa mit dem Schiff Amerika und träumten davon, ein besseres Leben in den USA zu führen. Die Freiheitsstatue verkörperte diese Hoffnung.

pvt/FMG/dpa