Deutschland hat 2024 seine selbstgesteckten Klimaziele eingehalten. Nach Zahlen des Umweltbundesamts, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurden, wurden im vergangenen Jahr 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 3,4 Prozent weniger als noch 2023. Laut den Projektionsdaten bis 2030 ist außerdem das Zwischenziel zum Ende des Jahrzehnts erreichbar – bis dahin soll die Bundesrepublik 65 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als noch 1990, die Projektionsdaten sehen einen Rückgang um 63 Prozent voraus.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dass Deutschland seine Ziele derzeit einhält, liegt vor allem am Energiesektor, wo der Anteil des Kohlestroms in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist, während die Erneuerbaren Energien einen Ausbau-Boom erleben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zog im Hinblick darauf eine positive Bilanz der letzten dreieinhalb Jahre – diese würden im Rückblick als „Wendepunkt der deutschen Klimapolitik“ betrachtet werden.

Klimakrise: Die Verfehlung der europäischen Ziele kann teuer werden
Da allerdings enden die Erfolgsmeldungen auch. Im Industriesektor stagnieren die Emissionen, und das hauptsächlich wegen der schlechten konjunkturellen Lage. Und die Sektoren für Verkehr und Gebäude verpassen ihre Ziele erneut. Bis 2030, so die Zahlen aus der Projektion, könnten in diesen Bereichen hunderte Millionen Tonnen Treibhausgase zu viel zusammenkommen – 110 Millionen Tonnen im Gebäudebereich, sogar 169 Millionen Tonnen im Verkehr.
Noch schlechter sind die Aussichten für die Zeit nach 2030. Denn die Gesamtziele für 2040 und 2045 sind mit dem aktuellen Kurs nicht zu erreichen. „In der langfristigen Perspektive müssen da jetzt von den nächsten Regierungen die Hausaufgaben gemacht werden“, mahnte UBA-Präsident Dirk Messner deshalb am Freitag.
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Aber schon in der mittelfristigen Perspektive könnten die Probleme, Gebäude und Verkehr auf einen klimafreundlichen Weg zu bringen, auf europäischer Ebene teuer werden. Denn die Regeln der europäischen Lastenteilung beim Klimaschutz sind strenger als die deutschen Ziele. Überschreitet Deutschland seine Emissionsmengen, müssen CO₂-Zertifikate hinzugekauft werden. Nach den aktuellen Daten geht das UBA von 226 Millionen Tonnen Emissionen aus, um die Deutschland bis 2030 die europäischen Ziele verpassen wird.
Die Aufgaben für die nächste Regierung sind klar
Die Klimabilanz zeigt deshalb auch klar, wo die Aufgaben für die nächste Regierung und wahrscheinlichen nächsten Kanzler Friedrich Merz liegen. UBA-Chef Messner rät der kommenden Bundesregierung, am Heizungsgesetz festzuhalten, um im Gebäudesektor voranzukommen – „die Wärmewende ist kein Automatismus“, sagte er. Im Verkehr sprach er sich für entschiedene Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr aus, vor allem auf dem Land. Außerdem könne man Frankreich lernen: Das Social-Leasing-Konzept im Nachbarland mache E-Mobilität für viele Menschen möglich.
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Und er appellierte, dringend mehr für Natur und Ökosysteme zu tun. Denn vor allem Wälder, stehen durch die Klimakrise so unter Druck, dass sie inzwischen häufig CO₂ nicht mehr aufnehmen, sondern selbst abgeben.






