Als Katharina Dröge fertig ist mit Friedrich Merz, verlässt Robert Habeck die Regierungsbank und durchquert den Plenarsaal, um sie zu beglückwünschen und zu umarmen. Ein Zeichen dafür, dass es eine bemerkenswerte Rede war, die Dröge kurz vorher im Deutschen Bundestag gehalten hat. Ruhig, aber mit großer Härte haut die Co-Fraktionschefin der Grünen CDU-Chef Friedrich Merz da um die Ohren, was aus ihrer Sicht seine politischen und persönlichen Unzulänglichkeiten sind.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Aus politischem Kalkül und Parteitaktik sei Merz nicht willens gewesen, vor der Wahl mit SPD und Grünen die Schuldenbremse zu reformieren – „weil Sie noch nie in der Lage waren, die Interessen dieses Landes an die erste Stelle zu stellen, und nicht Ihre eigenen“, wirft Dröge ihm vor. Und dass er nach der Wahl unter Verweis auf neue Erkenntnisse versuchen würde, die Schuldenbremse dann doch zu ändern, auch das sei klar gewesen – es sei sein „Politikprinzip, nicht immer ehrlich zu sein.“ Die Grünen würden sich nicht auf Merz‘ Wort verlassen, sagt sie.
Applaus von der eigenen Fraktion, Feixen auf der Regierungsbank, Anerkennung von Beobachtern: Es ist ein Auftritt, der geeignet ist, Dröge aufzustellen als die neue Führungsfigur der Grünen in der Ära nach Robert Habeck und Annalena Baerbock.

Katharina Dröge kann Koalitionsdisziplin, aber auch Attacke
Politikinteressierte kennen die 40-Jährige schon länger. Seit 2013 vertritt die Volkswirtin, die schon im Teenageralter zu den Grünen kam, ihre Wahlheimat Köln im Bundestag. Dort machte sie sich als Wirtschaftspolitikerin einen Namen. Parallel zu ihrer politischen Karriere heiratet sie und bekommt zwei Kinder.
2021 übernahm sie gemeinsam mit Britta Haßelmann die Führung der Bundestagsfraktion. Doch während der Ampel-Jahre lag das Scheinwerferlicht vor allem auf den Grünen im Kabinett und insbesondere auf Vizekanzler Habeck und Außenministerin Baerbock. Dröge und Haßelmann fiel in der Zeit die Aufgabe zu, die Fraktion zusammenzuhalten, die mit vielem, was auf Regierungsebene beschlossen wurde, haderte. Dröge gehört selbst dem linken Partei-Flügel an, der vor allem Habecks Kurs zeitweise sehr kritisch gegenüberstand. Mit öffentlicher Kritik hielt sie sich aber stets zurück.
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Wohl auch, weil sie weiß, dass Streit auf offener Bühne Parteien schadet. Auch Meinungsverschiedenheiten mit Co-Fraktionschefin Haßelmann dringen nicht an die Öffentlichkeit. Doch Habeck und Baerbock sind weg aus der ersten Reihe, die Grünen sind keine Regierungspartei mehr. Statt Koalitionsdisziplin wird die größte Oppositionspartei der Mitte Angriffslust brauchen. Katharina Dröge hat gezeigt, dass sie die beherrscht.






