Der ukrainische Präsident Selenskyj hat also eingelenkt. Mit seinem Einverständnis zum Vorschlag einer einmonatigen Waffenruhe ohne Bedingungen und Sicherheitsgarantien geht die Ukraine ins Risiko. Im schlimmsten Fall nutzt der russische Kriegsherr Putin die Atempause nur zur Vorbereitung einer neuen Offensive. Aber es war richtig, dass Selenskyj die Bedenken zurückstellt, schon wegen der greifbaren Vorteile: Die USA liefern ab sofort wieder Rüstungsgüter und Geheimdienstinformationen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Zugleich blickt die Welt nun auf Putin, der Farbe bekennen muss, ob er ernsthaft an ein Ende seines verbrecherischen Angriffskriegs denkt. Der Kremlherrscher zeigt bisher keinen Friedenswillen – aber er wird klug genug sein, sich dem US-Vorstoß am Ende nicht zu verweigern. Und dann? Was Waffenruhe und Gespräche bringen, ist völlig offen: US-Präsident Trump hat in seinem Bestreben, als selbst ernannter Friedensstifter um jeden Preis im Eiltempo ein Ende des Krieges zu erzwingen, schon enorme Zugeständnisse auf Kosten der Ukraine gemacht. Es ist unklar, was der US-Präsident nun von Putin verlangt.

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Christian Kerl, Korrespondent.© FMG | FMG

Wenn es schlecht läuft für die Ukraine, steht sie in wenigen Wochen erst recht mit dem Rücken zur Wand. Aber es gibt immerhin Signale, dass es besser laufen könnte. Die Ukraine sitzt nun doch mit am Verhandlungstisch. Die US-Regierung ändert den Ton, sie lobt plötzlich den Mut der Ukrainer bei der Verteidigung ihres Landes. Und Trump bedrängt Putin mit den Worten, er habe den Schlüssel für den Frieden in der Hand. Die große Frage bleibt, wie der US-Präsident den Kremlherrscher dazu bringen will, seiner Verantwortung für den Frieden auch wirklich nachzukommen