Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine warnen Militärexperten vor einer weiteren russischen Expansion. Nach der Ukraine könnte es Wladimir Putin auf die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen abgesehen haben, wird vermutet. Letzteres vollzieht nun einen umstrittenen Schritt: Litauen ist aus der Streumunition-Konvention ausgetreten. Der bereits im Juli vom litauischen Parlament beschlossene Austritt trat am Donnerstag in Kraft. Das baltische Land mit 2,8 Millionen Einwohnern hat zudem angekündigt, auch aus dem Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen austreten zu wollen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der stellvertretende litauische Verteidigungsminister Karolis Aleksa hatte diese Woche den Schritt damit begründet, dass Russland „alle verfügbaren Werkzeuge eines konventionellen Kriegs benutzt“. Litauen müsse daher handeln und für eine effektive Abschreckung und Verteidigung sorgen.
Aufrüstung: Litauen ist erstes EU-Land, das Konvention verlässt
Das Nato- und EU-Mitglied ist das erste Land, dass die sogenannte Streumunition-Konvention verlässt, die von 112 Ländern unterzeichnet wurde. Sie verbietet den Einsatz, die Weitergabe, die Produktion und die Einlagerung von Streumunition. Litauen ist mit dem Austritt das erste EU-Land überhaupt, dass ein multilaterales Waffenabkommen verlässt.
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nannte die Entscheidung „katastrophal“, Human Rights Watch „alarmierend“.
Streubomben werden auch im Ukraine-Krieg eingesetzt
Streubomben können aus Flugzeugen abgeworfen oder vom Boden aus abgefeuert werden. In der Luft werden dann dutzende oder sogar hunderte kleinere Sprengkörper über großer Fläche freigesetzt, sogenannte Bomblets. Allerdings ist diese Streumunition nicht nur unpräzise. Auch detonieren viele der Sprengkörper beim Aufprall nicht. Selbst Jahre später können sie daher zur Gefahr für Zivilisten werden, etwa für spielende Kinder oder für Bauern in der Landwirtschaft.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Russland und die Ukraine sind beide keine Mitglieder des Übereinkommens und haben beide Streumunition in dem drei Jahre andauernden Krieg eingesetzt.
lro/dpa








