Die ultimative Geste der Unterwerfung? Ein Fußkuss. Nicht umsonst ließen sich die Päpste von den Kaisern jahrhundertelang die Füße küssen und forderten die Kaiser ihrerseits ihre Lehnsmänner auf, es ihnen gleichzutun. Der Fußkuss drückt – im Westen – Gehorsam aus, symbolisiert ein Herrschaftsverhältnis, steht im religiösen Zusammenhang auch für Verehrung, Ehrfurcht, Demut.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Entsprechend ungehalten dürfte Donald Trump über ein Video gewesen sein, das in einem seiner Ministerien über offizielle Bildschirme lief. Die mit KI-Unterstützung erstellte Montage zeigt Trump beim Fußkuss – in der Rolle des devoten, nicht des dominanten, Parts. Geküsst werden in dem Clip die Füße seines Kettenhundes, Tech-Milliardär Elon Musk. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, war in das Video auch noch der Schriftzug „lang lebe der wahre König“ montiert.

Wer ist der König von Amerika?

Offenbar eine Anspielung auf Trumps Selbstinszenierung als König von Amerika. Der selbstverliebte US-Präsident hatte sich den Titel verliehen, nachdem er eine Fahrzeugmaut in New York City abgeschafft hatte. Das Weiße Haus teilte daraufhin ein Bild, das dem ikonischen Cover des „Time“-Magazin nachempfunden ist. Es zeigt Trump vor einer Skyline Manhattans, darunter der Schriftzug: „Long live the King“. Lang soll er leben, der (falsche) König von Amerika.

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Der König im Fußkuss-Fake-Filmchen ist freilich nicht Trump, der ja die Füße küsst, sondern Musk. Der hat unlängst seine Macht demonstriert, als er samt Söhnchen X AE A-Xii neben Trump im Weißen Haus herumhampelte, ungeniert zugab, nicht immer die Wahrheit zu sagen und vor allem gegen den Dresscode im Oval Office verstieß.

Wo Trump und andere Männer im Raum Anzug und Krawatte trugen, gab sich Musk betont lässig, mit T-Shirt, Jeans und Filzmantel, auf dem Kopf eine schwarze Maga-Cap. Die Botschaft war klar: Seht her, dem reichsten Mann der Welt hat sogar der mächtigste Mann der Welt nichts zu sagen.

Musk joins President Trump at signing of Execurive Order
Elon Musk im Weißen Haus: mächtig lässig.© AFP | JIM WATSON

Ministerium verspricht Rache

Zu sehen bekamen das Video Angestellte des Wohnungsbauministeriums. Dort hat man schnell reagiert und angekündigt, die Verantwortlichen würden gefunden und bestraft, also „umgehend entlassen“. Ministeriumssprecherin Kasey Lovett wütete im Online-Magazin „The Hill“ über „Missbrauch von Steuergeldern“ und versprach: „Eine angemessene Reaktion wird es für jeden Beteiligten geben.“

Auch in den sozialen Netzwerken kursierte die Aufnahme. Bei Musks eigenem Sprachrohr X etwa teilten die Demokraten im Finanzausschuss des Repräsentantenhauses einen Post mit Clip und schrieben dazu: „Nicht alle Helden tragen einen Umhang.“