Man kennt das aus Mafia-Filmen. Nach erledigtem Auftragsmord landet der „Hitman“ wie einst Luca Brasi in „Der Pate“ selbst bei den Fischen. Genau das ist jetzt im politischen Sinn Anthony Scaramucci in Washington widerfahren.
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Das rasante Ende von Donald Trumps Kommunikationschef lässt die nach sechs Monaten Präsidentschaft an Schockmomente hinreichend gewöhnte US-Hauptstadt immer noch schwindeln. Welche Köpfe werden noch rollen? Kommt das Regierungsschiff durch den neuen endlich in ruhigeres Fahrwasser?
Amerikaner interessiert, was aus ihrer Krankenversicherung wird
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Die Frage, ob hinter der an die Netflix-Serie „House of Cards“ erinnernden Personal-Rochade steckte, erübrigt sich nach Ansicht vieler US-Kommentatoren bereits angesichts des Höllentempos auf der Zeitachse. In nicht einmal 14 Tagen suchte weil Scaramucci ante portas lauerte. Kaum war der ölige Wall Street-Investor und Trump-Bewunderer im Amt, nahm er mit ins Visier („verdammter paranoider Schizophrener“) und dichtete Trumps rechtsnationalem Chefberater Stephen Bannon die Fähigkeiten eines autoerotischen Jogis an. Priebus nahm den Hut. Nachfolger John Kelly sägte wiederum noch vor seiner offiziellen Ernennung Scaramucci ab.
All das interessiert im Lande relativ wenig. Dort wollen Millionen Amerikaner wissen, was aus ihrer Krankversicherung wird, die Trump und die Republikaner gerade wieder ein Stückchen mehr vor die Wand gefahren haben.
Erst nach öffentlichem Entsetzen drehte Trump bei
Als belastbar gilt die These, das Scaramucci (auch von Trumps Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner) allein deshalb geholt wurde, um Priebus zu erledigen. Und der 53-Jährige, dem über seine „Liebe“ zu Donald Trump die eigene Ehe abhanden kam, lieferte prompt.
Allerdings waren die Nebengeräusche zu laut. Obwohl Trump persönlich die nicht jugendfreien Verbal-Injurien gegen Priebus und Bannon erfrischend fand. Erst als sich öffentlich Entsetzen breit machte, ließ er über seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders beidrehen und nannte die Äußerungen „nicht angemessen“. Für Trumps neuen Stabschef, Ex-General und Ex-Heimatschutzminister John Kelly, war Scaramucci eh „verbrannt“.
Das ist Donald Trumps Kabinett
Kann die Mission von Stabschef Kelly gelingen?
Ob die Mission des 67-jährigen Elitesoldaten, der von Trump mit Lobeshymnen überschüttet wurde, gelingen kann, ist aus Sicht von US-Kommentatoren fraglich. Beteuerungen, dass künftig alle Bediensteten der Regierungszentrale durch das Nadelöhr Kelly gehen werden, um zum Chef vorgelassen zu werden, „schenkt in der politischen Klasse niemand Glauben“. Zu sehr hat Trump das Klima dafür bereitet, dass ihm jeden Tag aus zig Quellen Ratschläge zugeleitet werden. Und was sich der Präsident daraus destilliert, ist bekanntlich unberechenbar.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Gradmesser für Kellys Erfolg oder Misserfolg ist darum nicht die Entsorgung Scaramuccis. Wichtiger ist, ob der mit über 40 Jahren Militärerfahrung ausgestattete Neuengländer andere Info-Söldner Trumps einfängt, etwa die Erfinderin der „alternativen Fakten“, Kellyanne Conway, oder den bei Sicherheitsthemen an der rechtsradikalen Demarkationslinie laufenden Sebastian Gorka, und alle auf einen gemeinsamen Kurs zwingen kann. Neutralisiert Kelly auch sie, wartet die schwierigste Aufgabe im politischen Zirkus von Washington – das Alphatier, das sich bisher jedem Dompteur verweigert hat: Donald Trump.













































