Die Menschenrechtler Peter Steudtner und Ali Gharavi sind nach eigener Aussage während ihrer Haft in der Türkei nicht misshandelt worden. Sie seien jedoch „ausgesprochen unfreundlich“ behandelt worden, sagten sie dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Gelitten hätten sie im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in Silivri nahe Istanbul vor allem unter der Isolation.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Polizist, der Steudtner zuerst vernommen habe, habe fließend Deutsch gesprochen, sagte Steudtner dem „Spiegel“. „Er identifizierte sich nicht, er informierte mich nicht über meine Rechte. Er fragte: ‘Du bist ein Spion. Wer ist dein Kontaktmann beim BND?’“

Sein Körper befinde sich noch immer in einem Zustand ständiger Wachsamkeit, berichtete Steudtner weiter. „Ich reagiere auf jedes Geräusch“, sagte er.

Dunkle Tage im Gefängnis

Peter Steudtner (rechts) und sein Kollege Ali Gharavi (links) aus Schweden können nun über ihre Zeit im türkischen Gefängnis sprechen.
Peter Steudtner (rechts) und sein Kollege Ali Gharavi (links) aus Schweden können nun über ihre Zeit im türkischen Gefängnis sprechen.© dpa | Emrah Gurel


Steudtners schwedischer Kollege Ali Gharavi erklärte, es habe helle und dunkle Tage im Gefängnis gegeben. „Die meisten waren dunkel. Ich werde nicht wieder jener Mensch sein, der ich vor dem 5. Juli war“, sagte der Menschenrechtsaktivist.

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Die beiden Männer waren im Juli während eines Menschenrechtsseminars in der Nähe von Istanbul festgenommen worden. Nach mehr als 100 Tagen in Haft wurden sie und vergangene Woche überraschend aus der entlassen.

Ihr Verfahren wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation beziehungsweise Unterstützung solcher Gruppen geht aber weiter. Die Verhandlung wird am 22. November fortgesetzt.

Noch neun Deutsche aus politischen Gründen in Haft

Bis jetzt ist der Türkei-Korrespondent der „Welt“, Deniz Yücel, inhaftiert.
Bis jetzt ist der Türkei-Korrespondent der „Welt“, Deniz Yücel, inhaftiert.© dpa | Karlheinz Schindler


Gegenwärtig sitzen noch neun Deutsche aus politischen Gründen in der Türkei in Haft. Darunter sind der Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, l, und die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu.

Insgesamt sind seit dem Militärputsch in der Türkei im Juli 2016 nach Angaben des Auswärtigen Amts 27 deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen festgenommen worden. 18 wurden wieder freigelassen, zum Teil unter Auflagen. sind weitere 43 Deutsche in der Türkei inhaftiert. (dpa/epd)