Ohne Phosphate funktioniert ein Döner nicht. Denn ohne den Zusatz dieser Stoffe würde – vereinfacht gesagt – der Fleischspieß auseinanderfallen, austrocknen und nicht gleichmäßig garen. Seit Jahrzehnten werden Phosphate bei der Produktion tiefgefrorener Dönerspieße eingesetzt, jetzt will der Umweltaussschuss des EU-Parlaments eine rechtliche Lücke schließen – und damit quasi gleichzeitig das Ende des Döners besiegeln.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Hintergrund: Bislang gibt es keine rechtssichere EU-Verordnung, die den Phosphateinsatz bei tiefgefrorenen Dönerspießen deutlich regelt. Er ist weder ausdrücklich erlaubt noch ausdrücklich verboten.

EU-Kommission wollte Rechtslücke schließen

Eindeutig erlaubt ist der Einsatz von Phosphaten bei verzehrfähigen Fleischprodukten wie Kassler, Wurstbrät oder einem fertig gegrillten Döner. „Schlichtweg vergessen hatte die EU-Kommission aber seinerzeit, klarzustellen, dass Phosphate natürlich auch im tiefgefrorenen, noch rohen Drehspieß, der an Imbissbuden ausgeliefert wird, enthalten sein dürfen“, nahm Renate Sommer (CDU), Mitglied des EU-Umweltausschusses, auf Facebook Stellung.

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Sommer sieht 110.000 Arbeitsplätze bedroht

Dies sei lächerlich, widerspricht hingegen EU-Politikerin Sommer. Laut Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sei die Aufnahme von 4200 Milligramm Phosphat pro Tag unbedenklich, eine Portion Döner enthalte 134 Milligramm davon, schreibt sie in ihrer Facebook-Stellungnahme weiter.

EU-Parlament berät über Phosphatzusatz bei Sitzung Mitte Dezember

Das EU-Parlament wird über den Fall bei seiner Plenarsitzung zwischen dem 11. und 14. Dezember in Straßburg beraten. Bis Ende 2018 will nach Angaben des EU-Parlaments auch die Lebensmittelbehörde EFSA die Einschätzung über die Risiken von Phosphatzusatz in Lebensmitteln überarbeiten. (jkali)

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