Bei der SPD ist die Enttäuschung über das schlechte Abschneiden bei der Wahl in Schleswig-Holstein am Sonntag groß. „Das ist ein bitterer Tag für die Sozialdemokraten. Da gibt es nichts schönzureden“, erklärte Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner. „Wir werden uns angucken müssen, was die Gründe sind, wir haben unser Wahlziel nicht erreicht.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nahm das schlechte Wahlergebnis seiner Partei in Schleswig-Holstein sichtlich betroffen auf. „Ich ärgere mich höllisch“, sagte Schulz am Sonntag. „Das ist etwas, was unter die Haut geht und was uns traurig macht. Wir hatten alle mit einem besseren Ergebnis gerechnet.“ Der CDU-Kandidat Daniel Günther habe eine „beachtliche Aufholjagd hingelegt“, sagte Schulz.
Ein ganz anderes Bild bei der CDU. Die Union sieht ihren Wahlsieg in Kiel als Rückenwind für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Sonntag. „Wenn man ein gutes Wahlergebnis hat, gibt das Motivation und Anreize, weiterhin zu kämpfen und sich einzusetzen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU) am Sonntag in Berlin. Der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sei auf Augenhöhe mit SPD-Amtsinhaberin Hannelore Kraft. „Jetzt geht es darum, in der letzten Woche genau wie bei Daniel Günther nochmal alles zu geben.“
Das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sieht im Wahlsieg seiner Partei einen klaren Auftrag an den Spitzenkandidaten Daniel Günther, Ministerpräsident zu werden. Der bisherigen Kieler Regierungskoalition mit SPD, Grünen und dem SSW hielt Spahn am Sonntag eine „Gängelpolitik“ vor, die von den Wählern klar abgelehnt worden sei. „Die Menschen wollen diese Bevormundung nicht“, sagte Spahn. Er erwarte, dass Rot-Grün „reihenweise abgewählt“ werde.
Die Grünen im Bund erwarten nach der Abwahl der Regierung in Schleswig-Holstein komplizierte Verhandlungen über eine neue Koalition. „Jetzt wird es wahrscheinlich eine schwierige Regierungsbildung geben“, sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Sonntag in Berlin. Die Grünen im Land, die ersten Zahlen zufolge mit SPD und FDP oder aber CDU und FDP regieren könnten, würden das „mit aller Sachlichkeit betreiben“. Die Wahl habe gezeigt, dass sich gute Regierungspolitik und ein positiver Wahlkampf mit eigenen Themen lohnten.
FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki sagte: „Die Sozialdemokratie muss sich wieder mehr einfallen lassen als nur den Slogan ,Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, Gerechtigkeit’. Wir stellen fest, dass es für die Regierung Albig in der bisherigen Konstellation keine Mehrheit mehr gibt, alles weitere werden wir sehen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf mögliche Koalitionsbildungen.
FDP-Bundes-Chef Christian Lindner äußerte sich zufrieden per Twitter:
Die AfD zeigte sich mit ihrem knappen Ergebnis von rund 5,5 Prozent zufrieden. Seine Partei sei nun „zum zwölften Mal in Folge aus dem Stand in ein Landesparlament eingezogen“, sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen am Sonntagabend in der ARD. Meuthen beklagte, die AfD sei im Wahlkampf an der Küste von politischen Gegnern stark behindert worden: „Unsere Veranstaltungen haben unter massivem Polizeischutz stattgefunden.“ (dpa/rtr)




