Die Proteste von Klima-Aktivisten am Tagebau Garzweiler im rheinischen Braunkohlerevier sind am Wochenende eskaliert. Mehrere Hundert Aktivisten, darunter viele vom Bündnis „Ende Gelände“, hatten im Verlauf des Samstags die Abbaugelände in Garzweiler und Jackerath in der Nähe von Aachen gestürmt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Am frühen Sonntagmorgen war die Polizei immer noch im Einsatz. Die Räumung des Tagebaus in Garzweiler stehe aber kurz „vor dem Abschluss“, hieß es bei der Polizei in Aachen.

Tausend Menschen hatten am Samstag am Tagebau für eine Klimawende und einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung demonstriert. Es gab einen Fahrrad-Korso, eine 100 Meter lange Sitzblockade und eine Kundgebung in dem von Abbaggerung bedrohten Dorf Keyenberg.

Kohle-Ausstieg: Proteste sorgen für Verletzte

Environmental activists sit inside a pit of Garzweiler open cast brown coal mine during a protest against the climate change near Duesseldorf, Germany June 22, 2019. REUTERS/Thilo Schmuelgen TPX IMAGES OF THE DAY
Environmental activists sit inside a pit of Garzweiler open cast brown coal mine during a protest against the climate change near Duesseldorf, Germany June 22, 2019. REUTERS/Thilo Schmuelgen TPX IMAGES OF THE DAY© Reuters | THILO SCHMUELGEN

Darüber hinaus gab es auch illegale Aktionen. Hunderte Aktivisten hatten laut Polizei teils mit Gewalt Sperren durchbrochen und waren in den Bereich des Tagebaus eingedrungen. Zudem blockierten etwa 800 Aktivisten zwei Bahnstrecken, auf denen die im Tagebau geförderte Braunkohle zu Kraftwerken transportiert wird.

Wie eine Sprecherin der Aachener Polizei dem epd sagte, gelang es am Samstagnachmittag einer größeren Anzahl von Personen, die Polizeikette am Tagebau zu durchbrechen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Bei dem Vorfall wurde offenbar mindestens ein Aktivist verletzt, überdies erlitten sechs Polizisten Verletzungen. Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ warf der Polizei auf Twitter vor, Menschen stundenlang festzuhalten und weder mit Essen noch mit Trinken zu versorgen. Die Polizei widersprach dem auf dem eigenen Twitter-Account.

Aktivisten blockieren die Schienen der Hambachbahn.
Aktivisten blockieren die Schienen der Hambachbahn. © dpa | Henning Kaiser

Laut dem Sprecher von „Ende Gelände“ waren am Samstag Tausende Menschen dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und hatten Aktionen rund um den Tagebau unterstützt. Die Veranstalter sprachen von rund 7.000 Teilnehmern an einem Demonstrationszug von „Fridays for Future“, der von Hochneukirch nach Keyenberg führte. Zudem nahmen mehrere Hundert an einem Fahrrad-Korso teil, der von Erkelenz in die Ortschaft führte.

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(dpa/bekö/msb)