Mehrere Banken und Sparkassen versuchen derzeit, Kunden mit Riester-Rente vom Wechseln ihrer Verträge zu überzeugen. Das Angebot: Sie sollen ihre Riester-Verträge in einen Wohnriester-Vertrag umwandeln. Doch die Verbraucherzentralen raten von diesem Angebot dringend ab, da für die meisten Kundinnen und Kunden dadurch nur Nachteile entstehen würden. Lesen Sie hier: Riester-Rente kündigen - Diesen Fehler sollten Sie nicht machen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Bei einem Wohnriester-Vertrag handelt es sich um einen Bausparvertrag mit Riester-Förderung“, sagt Alexander Krolzik, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. „Für Sparerinnen und Sparer, die lediglich eine klassische Altersvorsorge wollen, ist Wohnriester das denkbar ungünstige Produkt.“
Riester-Rente: Umwandlung in Wohnriester ist teuer
Wenn Wohnriester-Kunden ihr angesparte Geld nicht in eine Immobilie investieren, müssen sie dieses Geld im Anschluss in einen Renten- oder Lebensversicherungsvertrag stecken, kritisiert Krolzik. „Eine Umwandlung verkompliziert die Altersvorsorge nicht nur unnötig, sondern macht sie für die Sparerinnen und Sparer auch deutlich teurer.“
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Da die Umwandlung der Riester-Rente in einen Wohnriester-Vertrag wie ein Abschluss eines neuen Vertrages gewertet wird, muss der Kunde dafür sogar noch hohe Wechsel- und Abschlussgebühren zahlen. Dies kann teuer werden: „Für den Wechsel verlangen die Geldinstitute zwischen 50 bis 100 Euro. Zudem müssen die Kunden eine Abschlussgebühr für den neuen Wohnriester-Vertrag von 1 bis zu 3 Prozent der Bausparsumme bezahlen. Dies können schnell 200 bis 2100 Euro sein“, berichtet Krolzik.
Riester-Rente umwandeln: Profiteure sind vor allem die Banken
„Von einem Abschluss profitieren also in erster Linie die Beraterinnen und Berater der Banken und Sparkassen“, kritisiert Krolzik. Die Verbraucherschützer haben bereits viele Anfrage und Beschwerden von Kunden erhalten, die von ihren Geldinstituten zu solchen Wechseln aufgefordert werden. Die Angebote kommen sowohl von vielen Banken als auch von Sparkassen, berichtet Krolzik, ohne Namen zu nennen.
Ein weiterer Nachteil für Wohnriester-Renten-Sparer: Das angesparte Geld darf nur in Immobilien gesteckt werden, die von Wohnriester-Sparern selbst bewohnt werden. Bei der Vermietung oder dem Verkauf des Objektes müssen für die erhaltenen Förderungen sofort Steuern bezahlt werden.
Verbraucherschützer erwarten bessere Riester-Rente
Aufgrund der starken Kritik an Riester-Renten empfiehlt der Verbraucherschützer zudem allen, mögliche Änderungen in den nächsten Jahren abzuwarten, bevor neue Verträge abgeschlossen werden. „Ich gehe davon aus, dass die Riester-Rente nachgebessert wird oder Alternativen geschaffen werden.“
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Wer nach einer Altersvorsorge oder Immobilienfinanzierung sucht, sollte sich immer unabhängig beraten lassen, empfiehlt der Verbraucherschützer. Alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Produkte sollten sorgfältig abgewogen werden und mit den eigenen Wünschen und Möglichkeiten abgeglichen werden.




