Die Bundesregierung zieht klare Grenzen bei der Förderung der Künstlichen Intelligenz (KI): So sollen sogenannte Sex-Roboter als medizinisches Therapiegerät auch in Zukunft nicht von den Krankenkassen bezahlt werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die gesetzliche Krankenversicherung sei dazu da, die Gesundheit der Versicherten zu verbessern. „Es ist nicht ersichtlich, wie sogenannte Sexroboter zur Erfüllung dieser Aufgabenstellung beitragen könnten“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zur Künstlichen Intelligenz, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt.

Roboter als Streitschlichter?

Sogenannte „Robo-Schlichter“, die mittels Algorithmen juristische Streitfälle analysieren können, lehnt die Bundesregierung derzeit ebenfalls ab: Ihr Einsatz sei nach derzeitiger Rechtslage unzulässig. Doch die entsprechende Gesetzesgrundlage sei offen für unterschiedliche Methoden der Konfliktlösung. „Die Bundesregierung wird daher die weitere Entwicklung von KI auch mit Blick auf deren Einsatz im Rahmen der Verbraucherschlichtung beobachten.“

Sexpuppen mit künstlicher Intelligenz

A worker assembles a sex doll at the WMDOLL factory in Zhongshan, Guangdong Province, China, July 11, 2018. The factory has over 200 full-time workers, all dolls are handmade and each requires the cooperation of at least five workers. REUTERS/Aly Song SEARCH "SONG DOLLS" FOR THIS STORY. SEARCH "WIDER IMAGE" FOR ALL STORIES. TPX IMAGES OF THE DAY.
A worker assembles a sex doll at the WMDOLL factory in Zhongshan, Guangdong Province, China, July 11, 2018. The factory has over 200 full-time workers, all dolls are handmade and each requires the cooperation of at least five workers. REUTERS/Aly Song SEARCH "SONG DOLLS" FOR THIS STORY. SEARCH "WIDER IMAGE" FOR ALL STORIES. TPX IMAGES OF THE DAY.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Fotoshooting der besonderen Art: Hier wird eine Sexpuppe zum Ablichten zurecht gemacht. In der chinesischen Firma WM Doll in der südöstlichen Provinz Zhongshan werden die Liebespuppen auch mit künstlicher Intelligenz ausgestattet.
Fotoshooting der besonderen Art: Hier wird eine Sexpuppe zum Ablichten zurecht gemacht. In der chinesischen Firma WM Doll in der südöstlichen Provinz Zhongshan werden die Liebespuppen auch mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. © REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Die Fabrik stellt die verschiedensten Stile und Designs an Sexpuppen her. Die Exporte machen 80 Prozent der Verkäufe aus. Die Hälfte der Überseetransporte gehen in die Vereinigten Staaten. Puppen mit gebräunter Hautfarbe sind in Überseemärkten am beliebtesten.
Die Fabrik stellt die verschiedensten Stile und Designs an Sexpuppen her. Die Exporte machen 80 Prozent der Verkäufe aus. Die Hälfte der Überseetransporte gehen in die Vereinigten Staaten. Puppen mit gebräunter Hautfarbe sind in Überseemärkten am beliebtesten.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
WM Doll brachte Ende 2016 auch sogenannte KI-betriebene Puppen – also Puppen mit künstlicher Intelligenz – auf den Markt. Die Puppen können sich unterhalten und auch Augen, Armen und Oberkörper bewegen.
WM Doll brachte Ende 2016 auch sogenannte KI-betriebene Puppen – also Puppen mit künstlicher Intelligenz – auf den Markt. Die Puppen können sich unterhalten und auch Augen, Armen und Oberkörper bewegen.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Die Fabrik hat mehr als 200 Vollzeitbeschäftigte. Alle Puppen sind handgefertigt und jede benötigt die Mitarbeit von mindestens fünf Arbeitern.
Die Fabrik hat mehr als 200 Vollzeitbeschäftigte. Alle Puppen sind handgefertigt und jede benötigt die Mitarbeit von mindestens fünf Arbeitern.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Die Puppen werden durch ein Metallskelett zusammengehalten.
Die Puppen werden durch ein Metallskelett zusammengehalten.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Durch eine Silikonmasse erhalten die Puppen ihre Form.
Durch eine Silikonmasse erhalten die Puppen ihre Form.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Eine Aufnahme wie aus einem Science-Fiction-Film: In die KI-Puppen wird eine Menge Technik verbaut.
Eine Aufnahme wie aus einem Science-Fiction-Film: In die KI-Puppen wird eine Menge Technik verbaut.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Überprüfung der elektronischen Schaltkreise.
Überprüfung der elektronischen Schaltkreise. © REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Noch unfertig.
Noch unfertig. © REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Ein Puppenkopf wird abgekühlt.
Ein Puppenkopf wird abgekühlt.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Ein Bild wie aus einem Horror-Streifen: Unfertigen Sexpuppen auf Operations-Tischen.
Ein Bild wie aus einem Horror-Streifen: Unfertigen Sexpuppen auf Operations-Tischen.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Die KI-Puppen haben die Fähigkeit, Fragen zu beantworten. Allerdings können sie keine längeren Unterhaltungen führen. Ist wahrscheinlich auch nicht vonnöten. Sie benutzen Vokabeln, indem sie sich mit einer Datenbank verbinden, die vom chinesischen Technologiegiganten Baidu unterstützt wird.
Die KI-Puppen haben die Fähigkeit, Fragen zu beantworten. Allerdings können sie keine längeren Unterhaltungen führen. Ist wahrscheinlich auch nicht vonnöten. Sie benutzen Vokabeln, indem sie sich mit einer Datenbank verbinden, die vom chinesischen Technologiegiganten Baidu unterstützt wird.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Kunden können ihre Puppen personalisieren, indem sie verschiedene Erscheinungsoptionen wie Größe und Augenfarbe wählen.
Kunden können ihre Puppen personalisieren, indem sie verschiedene Erscheinungsoptionen wie Größe und Augenfarbe wählen.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Selbstverständlich können auch die Frisuren ausgewählt werden.
Selbstverständlich können auch die Frisuren ausgewählt werden. © REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Es hat schon etwas Morbides: In einem Schrank werden die unterschiedlichsten Kopfmodelle ausgestellt und gelagert.
Es hat schon etwas Morbides: In einem Schrank werden die unterschiedlichsten Kopfmodelle ausgestellt und gelagert.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Etwa ein Prozent der Produkte in der Fabrik sind männliche Puppen und werden meist von männlichen Konsumenten gekauft.
Etwa ein Prozent der Produkte in der Fabrik sind männliche Puppen und werden meist von männlichen Konsumenten gekauft.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Noch läuft das Geschäft mit den High-Tech-Exemplaren relativ schlecht. Die Firma gab im Juli an, gut 20 KI-Puppen verkauft zu haben. Umgerechnet kosten sie zwischen 1250 Euro und mehr als 6000 Euro.
Noch läuft das Geschäft mit den High-Tech-Exemplaren relativ schlecht. Die Firma gab im Juli an, gut 20 KI-Puppen verkauft zu haben. Umgerechnet kosten sie zwischen 1250 Euro und mehr als 6000 Euro.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG
Insgesamt produziert die Firma monatlich 2000 Puppen.
Insgesamt produziert die Firma monatlich 2000 Puppen.© REUTERS | REUTERS / ALY SONG

Überlegungen, Robotern oder anderen Formen Künstlicher Intelligenz eine Nationalität zuzusprechen, weist die Bunderegierung mit Hinweis auf die derzeitige Rechtsaufassung zurück: „Bei der KI handelt es sich nicht um eine natürliche Person im Sinne des Gesetzes.“

FDP fordert größeres Engagement bei KI

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Die FDP kritisiert die Bundesregierung als „visionslos“. Die oftmals „ausweichenden Antworten und andauernden Verweise auf noch zu klärende Sachverhalte“ würden den rasanten globalen Entwicklungen rund um das Thema nicht gerecht, beklagte der technologiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Mario Brandenburg, gegenüber unserer Redaktion.

Mitte Juli hatte die Bundesregierung Eckpunkte für eine Strategie zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Deutschland beschlossen. Dabei gehe es auch darum, „unhaltbare Erwartungen zu dämpfen und unbegründeten Ängsten entgegenzuwirken“, erklärte die Regierung jetzt in der Antwort auf die FDP-Anfrage. (jule)