Die Autorin und Politikerin Sibylle Berg ist am Sonntag bei der EU-Wahl ins Europaparlament eingezogen. Die Schriftstellerin trat für die Satirepartei „Die Partei“ an, die nach vorläufigen Hochrechnungen auf ein Ergebnis von 1,9 Prozent und damit zwei Sitze kommt. Auf Listenplatz 1 stand Parteigründer Martin Sonneborn. Da die Partei bei der diesjährigen Wahl einen Platz im Parlament dazugewann, schaffte es auch Berg, die auf Listenplatz 2 stand.
Im April erklärte die Politikerin in einem Interview in dem Magazin „ZEIT“, zu der Frage, welche Gesetze sie ändern würde, wenn sie die Möglichkeit dazu hätte: Vornehmen würde sie sich alle Entwürfe, „die die Worte E-ID, Wallet, digitaler Euro oder digitalisierte biometrische Überwachung beinhalten“ und sie zu einem „Hero Digital Act“ zusammenlegen. Der heiße: „Jedes Werkzeug, das dazu dient, Bürger wie Täter zu behandeln, zu registrieren oder sie auszuwerten, ist verboten.“
Sibylle Berg kritisiert Erfassung von Daten durch den Staat
„Wir leben in demokratischen Staaten, die sich aber nicht an das Menschenrecht auf Privatheit halten. Wenn ich mein Täterprofil freiwillig in den sozialen Medien anlege, ist das meine Entscheidung. Wenn ein Staat aber mit Staatstrojanern arbeitet, meine Daten auf Vorrat speichert und meine biometrischen Merkmale sammelt, kurz, wenn er ein Täterprofil von mir anfertigt, dann ist das eine kriminelle Energie, von der ich hoffe, dass es nur digitale Unwissenheit ist“, so Berg.
Sibylle Berg wurde 1962 in Weimar geboren, wuchs in der DDR auf und stellte 1984 einen Ausreiseantrag, der bewilligt wurde. In Hamburg begann Berg ein Studium der Politikwissenschaften. Anfang der 2000er-Jahre siedelte Berg nach Zürich um und besitzt seit 2012 auch das Schweizer Bürgerrecht. Auf Bergs Website ist zu lesen: „Sibylle Berg zählt sich zur Straight Edge Bewegung und bezeichnet sich als non-binär.“ (red, dpa)
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