Die SPD-Bundestagsfraktion reagiert bei der Organisation ihres Sommerfestes auf die mutmaßlichen K.O.-Tropfen-Vorfälle im Vorjahr. Zum verschärften Sicherheitskonzept gehören die Anwesenheit professioneller „Awareness-Teams“ während der Veranstaltung, der Einsatz eines Beratungs- und Betreuungsteams der Johanniter-Unfall-Hilfe vor Ort sowie verbesserte Einlasskontrollen, wie SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast in einem Schreiben an die SPD-Abgeordneten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundestagsfraktion ankündigt. Der Brief liegt unserer Redaktion vor.

Nach dem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion im vergangenen Jahr klagten mehrere Besucherinnen über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust. Es kam der Verdacht auf, dass die Betroffenen Opfer von Angriffen mit K.O.-Tropfen geworden waren. Die Polizei ermittelte in zehn Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung, allerdings ohne Ergebnis (Link zur "Berliner Morgenpost") Die Substanzen lassen sich in der Regel nur wenige Stunden nachweisen.

SPD-Parlamentsgeschäftsführerin: Vorfälle im vergangenen Jahr „erschütternd“

„An unserem traditionellen Hoffest hängen viele positive Erinnerungen“, heißt es in dem Brief von Katja Mast an die Fraktionsmitglieder. „Die Meldungen unserer Gäste zu Angriffen mit K.O.-Tropfen bei unserem letztjährigen Sommertreff waren daher umso erschütternder für uns alle.“ Neben der Aufklärungsarbeit durch die polizeiliche Ermittlungsbehörde habe danach „die Weiterentwicklung unseres Sicherheits- und Präventionskonzeptes im Mittelpunkt“ gestanden.

SPD-Politikerin Katja Mast: „Die Meldungen unserer Gäste zu Angriffen mit K.O.-Tropfen bei unserem letztjährigen Sommertreff waren daher umso erschütternder für uns alle.“
SPD-Politikerin Katja Mast: „Die Meldungen unserer Gäste zu Angriffen mit K.O.-Tropfen bei unserem letztjährigen Sommertreff waren daher umso erschütternder für uns alle.“© FUNKE Foto Services | Klaus Pollkläsener

Das diesjährige SPD-Fraktionsfest findet während der letzten Sitzungswoche des Bundestags vor der Sommerpause im Juli statt. Dort sollen für „Informationen, Fragen und Hilfen“ den ganzen Abend „qualifizierte Ansprechpartner:innen“ vor Ort sein, heißt es in dem Schreiben zu dem neuen Sicherheits- und Präventionskonzept. „Dazu zählen auch eine Veranstaltungs-Telefonnummer auf der Einlasskarte als zusätzliches Informations- und Hilfeangebot, verbesserte Einlasskontrollen und ein festes Veranstaltungsende (1 Uhr).“