Ruhestand

Steuererklärung: Welche Rentner jetzt steuerpflichtig werden

| Lesedauer: 3 Minuten
Jan Scharpenberg
Das müssen Rentner beim Steuerbescheid wissen

Das müssen Rentner beim Steuerbescheid wissen

Die sogenannte Doppelbesteuerung auf die Rente sorgt für Ärger bei vielen Senioren. Das müssen Senioren über den neuen Steuerbescheid wissen.

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Mit der Rentenerhöhung werden auch mehr Rentner und Rentnerinnen steuerpflichtig. Wann eine Steuererklärung fällig wird, lesen Sie hier.

Berlin. 
  • In diesem Jahr soll die Rente deutlich erhöht werden
  • Sie soll zum Teil so hoch steigen wie seit Jahrzehnten nicht
  • Doch die Erhöhung hat auch einen Nachteil zur Folge

Mit der Rentenerhöhung 2022 winkt den 21 Millionen Rentnern und Rentnerinnen in Deutschland ab dem 1. Juli deutlich mehr Geld im Portemonnaie.

Für manch einen könnte das Plus jedoch einen Haken haben. Je nach Höhe der individuellen Rente, klopft das Finanzamt an. Wann Sie im Ruhestand eine Steuererklärung abgeben und wann Sie wirklich Steuern zahlen müssen, klärt unsere Übersicht.

Rente: Ab wann ist eine Steuererklärung Pflicht

Eine Steuererklärung wird Pflicht, wenn Ihr gesammtes Einkommen den Grundfreibetrag überschreitet. Der wird 2022 auf 10.374 Euro im Jahr angehoben. Für Eheleute oder eingetragene Lebenspartnerschaften kann die doppelte Summe gelten.

Zum Einkommen zählt aber nicht nur die gesetzliche Rente. Auch Einnahmen aus privater oder betrieblicher Altersvorge, Vermietung, Nebenjob oder Kapitalvermögen werden einberechnet.

Rente: Welcher Jahrgang mit welcher Rente eine Steuerklärung abgeben muss

Nun wird es etwas komplizierter. Denn die Rente wird laut Koalitionsvertrag bis 2060 nicht voll besteuert. Wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente ist, hängt vom Renteneintrittsalter ab. Je später die Rente beginnt, desto niedriger der sogenannte Rentenfreibetrag.

Bei der Frage, ob Sie im Ruhestand eine Steuererklärung abgeben müssen, ist also immer auch der eigene Jahrgang zu berücksichtigen.

Stellt die gesetzliche Rente das einzige Einkommen dar, ergibt sich bei alleinstehende Rentnerinnen und Rentner für die Steuererklärung 2022 folgende Tabelle:

Renteneintritt Steuerpflichtiger Anteil  Steuererklärung ab einer monatlichen Rente von 
Bis 2005 50 % 1729 Euro
2006 52 % 1663 Euro
2007 54 % 1601 Euro
2008 56 % 1544 Euro
2009 58 % 1491 Euro
2010 60 % 1441 Euro
2011 62 % 1395 Euro
2012 64 % 1351 Euro
2013 66 % 1310 Euro
2014 68 % 1272 Euro
2015 70 % 1235 Euro
2016 72 % 1201 Euro
2017 74 % 1169 Euro
2018 76 % 1138 Euro
2019 78 % 1109 Euro
2020 80 % 1081 Euro
2021 81 % 1068 Euro
2022 82 % 1055 Euro

Rente: Wann muss ich Steuern zahlen?

Nur weil Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, bedeutet das aber nicht, dass Sie auch wirklich Steuern zahlen müssen. Es gilt zu unterscheiden zwischen dem Einkommen und dem zu versteuernden Einkommen.

Nur wenn letzteres den Grundfreibetrag überschreitet, müssen Sie im Ruhestand wirklich Steuern bezahlen. Um das zu versteuernde Einkommen festzustellen, braucht es dann eben die Steuererklärung.

In dieser können Rentner und Rentnerinnen vieles an Kosten geltend machen, wie zum Beispiel die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, Kontoführungsgebühren oder Handwerkerrechnungen. Beläuft sich Ihr zu versteuerndes Einkommen 2022 nach all diesen Abzügen immer noch auf über 10.374 Euro, werden auf jeden Euro, der über diesem Betrag liegt Steuern fällig.

Rente: Wie kann ich von der Steuererklärung befreit werden?

Sollte Sie sicher sein, , können Sie sich von der Abgabe einer Steuererklärung befreien lassen.

Das funktioniert über die sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung. Diese können Sie bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen. Dafür brauchen Sie:

Die Nichtveranlagungsbescheinigung kann auch an die Bank verschickt werden. Dann erhalten Sie mögliche Zins- und Dividendenauszahlung ohne Abzug der Abgeltungssteuer, solange ihre zu versteuernden Einnahmen dadurch nicht wieder den Grundfreibetrag überschreiten. Die Befreiung von der Steuererklärung ist maximal für drei Jahre gültig.

Dieser Artikel erschien zuerst bei morgenpost.de.