Grundsicherung

Hartz IV: Sofortzuschlag für Kinder – wer bekommt mehr Geld?

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Kinderzuschlag besser als Hartz-IV?

Kinderzuschlag besser als Hartz-IV?

Der Kinderzuschlag soll ab Juli 2022 noch einmal erhöht werden. Lohnt sich der Kindersofortzuschlag mehr als Hartz-IV-Zuschüsse?

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Bis die Kindergrundsicherung steht, soll es eine Übergangslösung geben. Ärmere Haushalte erhalten schon bald finanzielle Entlastung.

Berlin. Die Regierung aus SPD, FDP und Grünen will durch die Einführung einer Kindergrundsicherung die Lage von Kindern und Jugendlichen in Armut verbessern. Bis zu deren Einführung kann es aber noch dauern. Deshalb hat die Ampel-Koalition beschlossen, einen Sofortzuschlag an ärmere Familien auszuzahlen. Der Bundestag stimmte dem Vorhaben an diesem Donnerstag zu.

Mit dem Bonus soll Millionen von Kindern aus armen Familien finanziell unter die Arme gegriffen. Der Sofortzuschlag soll etwa 2,7 Millionen Kindern und Jugendlichen aus Familien mit geringem Einkommen ein Plus im Geldbeutel bringen, heißt es aus dem Familienministerium.

Hartz IV: Sofortzuschlag für Kinder – Höhe noch offen

Die Hilfsleistung soll bis zur Einführung der Kindergrundsicherung gemeinsam mit dem Bundesarbeitsministerium ausgezahlt werden. Der Sofortzuschlag war von der Ampel-Regierung als Übergangslösung im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Kinder und Jugendliche in Familien, die Hartz IV oder andere Sozialleistungen empfangen, bekommen ab Juli 20 Euro mehr im Monat. Der Höchstbetrag im Kinderzuschlag steigt damit von bis zu 209 auf bis zu 229 Euro monatlich pro Kind. Der Zuschlag soll vor allem Eltern unterstützen, deren Einkommen nicht für die gesamte Familie reicht.

Neue Kindergrundsicherung soll alle Leistungen bündeln

Die geplante Kindergrundsicherung, deren Einführung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, soll unter anderem die Beantragung von Familienleistungen erleichtern. „Bisher gab es mit rund 150 Maßnahmen einen Dschungel an Familienleistungen“, so Familienministerin Spiegel. „Künftig soll ein Antrag zur Geburt des Kindes genügen, um Familien mit kleinem Einkommen unbürokratisch zu unterstützen.“

Die Kindergrundsicherung soll alle bisherigen Finanzhilfen für Familien wie Kindergeld und Hartz-IV-Leistungen für Kinder bündeln. Mit der einfachen Beantragung soll auch eine automatisierte Auszahlung einhergehen. Die Leistung wird sich aus zwei Teilen zusammensetzen: Zum einen steht den Familien für jedes Kind ein garantierter Betrag, unabhängig vom Einkommen, zu, der für alle Kinder gleich hoch ist und auch an alle ausgezahlt wird. Hinzu kommt dann noch ein Zusatzbetrag, abhängig vom Einkommen der Eltern. Derzeit wächst mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut auf, wie jüngste Berechnungen zeigen.

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(bml/mit dpa)