Kleinparteien

"Sonstige Parteien": Ergebnisse bei der Bundestagswahl

| Lesedauer: 3 Minuten
Dänen-Partei womöglich im Bundestag - mit einem Sitz

Dänen-Partei womöglich im Bundestag - mit einem Sitz

Der in Schleswig-Holstein beheimatete Südschleswigsche Wählerverband hat nach über 60 Jahren offenbar erneut den Einzug in den Bundestag geschafft - mit einem Sitz.

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Bei der Bundestagswahl sind auch 2021 wieder eine breite Auswahl an kleinen Parteien angetreten. So haben die Sonstigen abgeschnitten.

Berlin. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist denkbar knapp: Nur 1,6 Prozentpunkte trennen die Union vom Wahlsieger SPD. Die Sozialdemokraten haben im Vergleich zur Wahl 2017 deutlich zugelegt, ebenso die Grünen. Und auch die kleinen Parteien, oft als "Sonstige" bezeichnet, konnten zulegen: Von fünf Prozent bei der Bundestagswahl 2017 auf nun 8,6 Prozent. Einer der Parteien gelang sogar der Einzug in den Bundestag.

SPD CDU/CSU Grüne FDP AfD Die Linke Sonstige
25,7 24,1 14,8 11,5 10,3 4,9 8,7

299 von 299 Wahlkreisen sind ausgezählt. Die Daten stammen vom Bundeswahlleiter (Stand 4.30 Uhr) und sind in Prozent angegeben.

Sonstige Parteien bei der Bundestagswahl 2021

Ein Blick auf die kleinen Parteien lohnt sich also. Darunter etwa die Piraten-Partei oder die rechtsextreme NPD. Beide waren schon in Landesparlamenten vertreten – den Einzug in den Bundestag haben sie aber noch nie geschafft. Auch 2021 gelang ihnen das nicht, da sie nur 0,4 (Piraten) beziehungsweise 0,1 Prozent (NPD) der abgegebenen Zweitstimmen erhielten.

Auch die Linke könnte man nach der Bundestagswahl 2017 theoretisch zu den sonstigen Parteien zählen, da sie die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichte. Im Bundestag ist die Linke dennoch vertreten: Die Grundmandatsklausel erlaubt es ihr, dank drei gewonnener Direktmandate mit 39 Abgeordneten ins Parlament einzuziehen. Mehr zum Thema: Laschet und die Linke sind die großen Verlierer der Bundestagswahl

SSW – So hat er abgeschnitten

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) ist ein Sonderfall unter den deutschen Parteien: Er vertritt die die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein und die nationalen Friesen. Diese sehen sich ebenfalls als Minderheit und nicht als Teil der Deutschen. Um Minderheiten in Deutschland eine politische Repräsentation zu ermöglichen, sind deren Partei von der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl befreit.

Tatsächlich gelang es dem SSW so, einen Platz im Bundestag zu ergattern – Spitzenkandidat Stefan Seidler wird als franktionsloser Abgeordneter in das Parlament einziehen. 55.330 Zweitstimmen und damit 0,1 Prozent ergattertet die Partei. Das ist allerdings kein Novum: Bereits 1949 schaffte es der SSW-Kandidat Hermann Clausen in den Bundestag. Von 1961 bis zu der diesjährigen Bundestagswahl war der SSW dann aber nicht mehr angetreten.

Bundestagswahl: Das Ergebnis der freien Wähler

In Bayern sind sie Teil der Landesregierung und auch in vielen Kommunen sind die Freien Wähler von Bedeutung. Bundesweit spielten sie bisher allerdings keine Rolle. Und das wird wohl so bleiben. Denn obwohl die Freien Wähler mit bundesweit 2,4 Prozent der Zweitstimmen die größte der kleinen Parteien ist, reicht es nicht für einen Einzug in den Bundestag.

Die Basis – So schnitt die Partei ab

Erst im Juli 2020 wurde "Die Basis" im Umfeld der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung gegründet. Sie steht den sogenannte "Querdenkern" nahe und fiel vor der Bundestagswahl durch antisemitische Äußerungen und rechte Verschwörungstheorien auf. Bei der Bundestagswahl erreichte die Partei 1,4 Prozent der Zweitstimmen.

Die Partei – Ergebnis bei der Bundestagswahl

Die Partei nimmt sich selbst nicht ganz ernst. Schließlich wurde sie auch als Satire-Partei von dem Satiriker und Journalisten Martin Sonneborn gegründet. Bei einigen Wählerinnen und Wählern scheint das anzukommen: Ein Prozent stimmte bei der Bundestagswahl für die Partei. Für einen Einzug in den Bundestag reicht das aber nicht.

Die Ergebnisse der sonstigen Parteien im Überblick

Insgesamt erreichten die sonstigen Parteien bei der Bundestagswahl 8,6 Prozent der Zweitstimmen. Die Ergebnisse im Überblick:

Partei Zweitstimmenanteil
Freie Wähler 2,4 %
Tierschutzpartei 1,5 %
Die Basis 1,4 %
Die Partei 1,0 %
Team Todenhöfer 0,5 %
Piraten 0,4 %
Volt 0,4 %
ÖDP 0,2 %
NPD 0,1 %
V-Partei3 0,1 %
BP 0,1 %
Gesundheitsforschung 0,1 %
Die Humanisten 0,1 %
Bündnis C 0,1 %
SSW 0,1 %

Alle nicht genannten Parteien erhielten weniger als 0,1 Prozent der Zweitstimmen.

(jas/nfz)

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