Pandemie

Bundesregierung stuft Portugal zum Hochinzidenzgebiet zurück

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Fast die Hälfte der Portugiesen wieder unter nächtlicher Ausgangssperre

Fast die Hälfte der Portugiesen wieder unter nächtlicher Ausgangssperre

Wegen der angespannten Corona-Lage hat sich fast die Hälfte der Portugiesen am Freitag auf neue nächtliche Ausgangssperren einrichten müssen. Diese sollte am Abend in Kraft treten und vorerst jede Nacht von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr gelten.

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Trotz rasanter Ausbreitung der Delta-Variante gilt Portugal bald nicht mehr als Virusvariantengebiet. Was das für Urlauber bedeutet.

Lissabon. 
  • In Portugal steigen die Corona-Zahlen aufgrund der Delta-Variante rasant an
  • Es wurden so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet wie seit Februar nicht mehr
  • Die Bundesregierung stuft das Land trotzdem nicht mehr als Virusvariantengebiet ein

Vom Vorzeige-Land zum Sorgenkind Europas: Die Corona-Krise in spitzt sich weiter zu. Anfang Juli hat das Gesundheitsministerium in Lissabon fast 2500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - der höchste erfasste Wert seit Mitte Februar. Nach Zypern hat Portugal die zweithöchsten Coronazahlen der EU.

Wegen der steigenden Zahlen hatte die Bundesregierung Portugal am 29. Juni zum Virusvariantengebiet erklärt - viele Urlauberinnen und Urlauber kehrten daraufhin zurück. Für all jene, deren Urlaub in Portugal noch bevorsteht, gibt es allerdings eine gute Nachricht. Denn ab Mittwoch gilt das westlichste Land Europas nur noch als Hochinzidenzgebiet. Viele Einschränkungen, wie eine 14-tägige Quarantäne nach der Rückkehr, fallen damit weg.

Portugal verschärft Maßnahmen im Kampf gegen Pandemie

Die Regierung in Lissabon reagiert auf die steigenden Infektionszahlen mit strengen Maßnahmen: Die Wiedereinführung einer nächtlichen Ausgangssperre wurde für Regionen mit besonders schlechter Lage beschlossen. Das Ausgangsverbot gilt zwischen 23 und 5 Uhr. Betroffen sind 45 Bezirke, darunter die Hauptstadt Lissabon. "Die Situation hat sich weiter verschlechtert", sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Man müsse große Treffen und vor allem "Partys mit vielen Teilnehmern meiden".

Im Kampf gegen den Anstieg der Infektionszahlen hatte die portugiesische Regierung bereits die Öffnungszeiten der Restaurants und die zugelassene Gästezahl in Lissabon und zwei weiteren Städten eingeschränkt. Diese Maßnahmen wurden nun auf 16 weitere Städte ausgeweitet. An den Wochenenden gilt zudem ein Reiseverbot zwischen der Hauptstadtregion und dem Rest des Landes.

Fast die Hälfte der Portugiesen wieder unter nächtlicher Ausgangssperre
Fast die Hälfte der Portugiesen wieder unter nächtlicher Ausgangssperre

Die Einstufung als Virusvariantengebiet hatte eigentlich das Ziel, die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Virus zu verhindern. Da diese allerdings auch in Deutschland schon weit verbreitet ist, stuft das Robert-Koch-Institut Portugal ab Mittwoch nur noch als Hochinzidenzgebiet ein. Damit entfällt zum Beispiel die Quarantänepflicht für Portugal-Rückkehrer.

Urlaub: Neueinschätzung von Portugal und Großbritannien wegen Delta-Ausbreitung

Die Neubewertung Portugals und Großbritanniens war nach einer entsprechenden Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet worden. Spahn hatte angekündigt, sich die "Situation anschauen" zu wollen, wenn die Delta-Mutation in Deutschland vorherrschend werde.

Portugal: Corona-Zahlen und Inzidenz steigen weiter

Im Winter hatte Portugal zeitweilig im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl von 10,3 Millionen mehr Neuinfektionen und Todesfälle als jedes andere Land der Erde. Die Bundeswehr schickte Ärzte und Sanitäter ins Land. Im Mai wies das Land dann dank eines strengen Lockdowns mit die niedrigsten Infektionswerte Europas auf. Mittlerweile liegt die 7-Tage-Inzidenz allerdings wieder bei über 140.

(amw/te/dpa)

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