Bundestagswahl

Grün-Rot-Rot? Linken-Chefin lehnt Habecks Bedingungen ab

Jochen Gaugele
Janine Wissler, Co-Vorsitzenden der Linkspartei.

Janine Wissler, Co-Vorsitzenden der Linkspartei.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Nach aktuellen Umfragen wäre eine grün-rot-rote Koalition möglich. Doch die Parteichefs Wissler und Habeck sind sich bereits uneinig.

Berlin. Ergibt sich aus der Bundestagswahl eine Regierungsmehrheit jenseits der Union? Die jüngste Umfrage sieht sogar zwei Koalitionsmöglichkeiten, an denen CDU und CSU nicht beteiligt wären. Eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP – und Grün-Rot-Rot mit der Linkspartei.

Grünen-Chef Robert Habeck schloss im Interview mit unserer Redaktion ein Linksbündnis ausdrücklich nicht aus, formulierte aber Bedingungen. So forderte er ein Bekenntnis zur Nato. Auch dürfe der industrielle Kern dieser Republik nicht zerstört werden. Das sei mit den Grünen nicht zu machen.

Janine Wissler kritisiert Robert Habeck

Die neue Linken-Vorsitzende Janine Wissler reagierte ablehnend. Es sei „befremdlich“, „dass ausgerechnet der Vorsitzende der Grünen, die sich mal als Friedenspartei gegründet hatten, ein Bekenntnis zum Kriegsbündnis Nato fordert“.

Die Union nutzte Habecks Äußerungen als Wahlkampfvorlage. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte, wer die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wähle, „der bekommt die Linkspartei“.

Und die Ampel? FDP-Chef Christian Lindner verpasste einer Regierungsperspektive mit SPD und Grünen am Wochenende einen Dämpfer. „Über Koalitionen entscheiden wir nach Inhalten. Wir schließen jegliche Steuererhöhungen aus“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“. Grünen, SPD und Linkspartei hielt er vor, breitflächige Steuererhöhungen zu wollen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos