Fahndung

Erddepot gefunden: Führt die Spur zur Rote Armee Fraktion?

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Ein Fahndungsplakat des LKA Niedersachsen mit der Fahndung nach zwei ehemaligen Mitgliedern der Rote-Armee-Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (r.) und Ernst-Volker Staub (l.).

Ein Fahndungsplakat des LKA Niedersachsen mit der Fahndung nach zwei ehemaligen Mitgliedern der Rote-Armee-Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (r.) und Ernst-Volker Staub (l.).

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Waldarbeiter fanden ein Depot, das von der Terrorgruppe RAF stammen könnte. Finden sich Spuren zu drei noch gesuchten Terroristen?

Berlin. Waldarbeiter sind womöglich auf ein Erddepot der Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“ (RAF) gestoßen. Das niedersächsische Landeskriminalamt schließt das ausdrücklich nicht aus.

Darauf deuten einige Schriften aus den 80er Jahren hin, die – zusammen mit Flüssigkeiten – in einem Kunststofffass vergraben waren. Sie wurden bereits am Freitag in einem Waldgebiet nahe dem niedersächsischen Seevetal gefunden. Erst am Wochenende machten die Behörden den Fund dann publik.

RAF-Depot gefunden? Terrorgruppe löste sich 1998 auf

Eine Meldung wie ein Echo aus fernen Zeiten. Denn die RAF hat sich 1998 aufgelöst. Nach drei Terroristen, die 1990 untertauchten, wird allerdings immer noch europaweit gesucht. Gerade in Niedersachsen hatte es immer wieder Überfälle – insgesamt zwölf - auf Geldtransporter und Supermärkte gegeben, die den früheren RAF-Terroristen Daniela Klette, Ernst Volker Staub und Burkhard Garweg zugerechnet werden.

Einerseits liegt Seevetal in der Nähe von mehreren Autobahnen – das passt zum Vorgehen der drei gesuchten Kriminellen. Viele Überfälle ereigneten sich in Norddeutschland in der Nähe von Autobahnauffahrten, ideal für die Flucht. Lesen Sie hier: Rote Armee Fraktion: Die mühsame Jagd nach den RAF-Terroristen

Andererseits: Das Depot ist offenbar Jahrzehnte alt - Hinweise auf den Aufenthaltsort des Trios erwartet das LKA nicht. Möglicherweise findet die Polizei aber Fingerabdrücke oder DNA-Proben.

Terrorgruppe RAF ermordete 34 Menschen

In den 70er Jahren hatte die RAF eine Vielzahl von Terroranschlägen verübt, mehrere Entführungen und Ermordungen, so etwa von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer. In gut 20 Jahren, zwischen 1972 und 1993, tötete die RAF 34 Menschen.

Hintergrund: So lief das Attenat auf Siegfried Buback am 7. April 1977

Immer wieder werden Verstecke im Wald gefunden

Es kommt immer wieder vor, dass Waldarbeiter oder Wanderer auf kriminelle Verstecke stoßen. Im Februar 2019 fanden zwei Männer in Hessen vier Kisten mit Handgranaten, Zündern, Munition und Schusswaffen, die in der Nähe eines Baumes vergraben waren. Ein Sturmtief hatte den Baum umgeworfen.

Einige Wochen vorher hatte ein Kletterer im Landkreis Regensburg 14 Revolver und Pistolen entdeckt. Eines der spektakulärsten Schläge gegen die RAF geht auf einen Zufallsfund im Oktober 1982 zurück. Damals waren Pilzsammler auf ein Versteck mit Waffen, gefälschten Papieren, Autokennzeichen und Geld gestoßen. Der Fund führte schließlich zur Festnahme der Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz.

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