Umweltschutz

EU-Kommissarin warnt vor Klimafolgen durch Streaming

Die EU-Kommissarin Margrethe Vestager warnt vor Folgen der Digitalisierung. Durch sie würden Probleme beim Umweltschutz entstehen.

Margrethe Vestager ist EU-Kommissarin für Digitalisierung.

Margrethe Vestager ist EU-Kommissarin für Digitalisierung.

Foto: Piotr Nowak / dpa

Brüssel.  Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, sieht durch das Internet und die steigende Nutzung digitaler Technologien neue Probleme für den Klimaschutz in der EU. „Mit der Digitalisierung wird der Energieverbrauch zunehmen“, sagte Vestager unserer Redaktion. „Wenn man sich zum Beispiel Filme im Internetstreaming ansieht, ist das sehr energieintensiv“, meinte die Vizepräsidentin, die in der EU-Kommission für das Thema Digitalisierung zuständig ist.

Sie erwähnte als weiteres Beispiel den hohen Energieverbrauch in Server-Hubs mit ihren Klimaanlagen. Mit dem Green Deal müssten deshalb Technologien entwickelt werden, um den Energieverbrauch digitaler Technologien zu minimieren und die Energieeffizienz zu verbessern. „Das ist eine große Herausforderung“, sagte Vestager mit Blick auf das ausgegebene Ziel der EU, den Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen.

Sie betonte aber, die Digitalisierung sei im Zusammenhang mit dem Green Deal der EU sowohl Teil des Problems als auch Teil der Lösung: Der Kampf gegen den Klimawandel werde ohne digitale Lösungen nicht zu gewinnen sein.

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Zehn Minuten Video gucken verbraucht so viel Strom wie ein Backofen in fünf Minuten

Nach Zahlen des Stromversorgers Eon werden alleine durch Streamingplattformen wie Youtube und Netflix, aber auch durch Videokonferenzen mit Skype und anderen Diensten weltweit inzwischen rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht.

Schon im vergangenen Jahr hätten die Streamingplattformen ungefähr so viel Strom verbraucht wie alle Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen, berichtet dpa.

Wer zum Beispiel zehn Minuten lang über die Cloud ein Video in HD-Qualität anschaut, verbraucht dabei so viel Strom wie ein elektrischer Backofen, der fünf Minuten mit 2000 Watt auf voller Stufe im Heizbetrieb läuft.

Eine Google-Suchanfrage löst einen Strombedarf von 0,3 Wattstunden aus. Bei 40.000 Suchanfragen weltweit pro Sekunde kommen da riesige Summen zusammen. Das sind nur zwei Beispiele von vielen aus einer aktuellen Studie der französischen Denkfabrik The Shift Project mit der These, dass die umweltpolitischen Folgen der digitalen Wirtschaft bisher konstant unterschätzt werden.

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