Linken-Fraktionsschefin

Wagenknecht über ihr Politik-Aus: „Ich hatte einen Burn-out“

Im Frühjahr hatte Sahra Wagenknecht angekündigt, sich aus der Spitzenpolitik zurückzuziehen. Sie nennt erstmals die konkreten Gründe.

Sahra Wagenknecht hat sich erstmals zu den genauen Gründen ihres Rückzugs geäußert.

Sahra Wagenknecht hat sich erstmals zu den genauen Gründen ihres Rückzugs geäußert.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin Viel war darüber spekuliert worden, warum Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ihren Abschied aus der Spitzenpolitik ankündigte. Nun hat sich die 50-Jährige über die Gründe geäußert – und das so deutlich wie nie.

„Ja, ich hatte einen Burn-out“, sagte sie der Zeitschrift „Super Illu“. Sie sei zwei Monate lang krankgeschrieben gewesen – und habe eine klare Ansage des Doktors bekommen. „Der Arzt hat unmissverständlich zu mir gesagt: Sie können so nicht weitermachen!“

Sahra Wagenknecht: „Ich habe wieder mehr Energie“

Wagenknecht, die am Dienstag 50 Jahre alt geworden ist, hatte im Frühjahr angekündigt, sich von der Spitze der Fraktion zurückzuziehen. Sie hatte gesundheitliche Gründe angegeben, ohne aber ins Detail zu gehen. Einen „bestimmten Grad an Dauerstress“ wolle sie sich nicht mehr zumuten, sagte Wagenknecht damals.

Bei der Neuwahl der Fraktionsspitze im Herbst tritt Wagenknecht nicht mehr an. Bis dahin bleibt sie Co-Vorsitzende neben Dietmar Bartsch.

Wie es weitergehen soll, wenn sie nicht mehr an der Spitze der Linken steht? Da ist Wagenknecht entspannt, sagt sie. „Ich führe schon jetzt ein anderes Leben“, sagte sie der „Super Illu“. Die dauernden Attacken und Reibereien hätten weitgehend aufgehört. Sie habe wieder viel mehr Energie und sei selten so glücklich gewesen wie heute.

Damit hat auch ihr Mann Oskar Lafontaine zu tun. „Ich lebe in einer wunderbaren Beziehung, die mir sehr viel Halt und Kraft gibt, das kann man sich für kein Geld der Welt kaufen“, sagte Wagenknecht. (dpa/sdo)