Diplomatie

Trump tritt als erster US-Präsident über Grenze zu Nordkorea

Donald Trump hat als erster US-Präsident nordkoreanischen Boden betreten. Er traf sich mit Kim Jong Un zuvor an der Demarkationslinie.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reichten sich direkt an der Demarkationslinie die Hände.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reichten sich direkt an der Demarkationslinie die Hände.

Foto: KEVIN LAMARQUE / Reuters

Seoul.  Donald Trump hat am Sonntag als erster amtierender US-Präsident den Boden des kommunistischen Nordkoreas betreten. Im Ort Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze überschritt er die Demarkationslinie.

Trump traf sich an der innerkoreanischen Grenzlinie mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Direkt an der Demarkationslinie schüttelten sich beide die Hände. Anschließend gab Trump bekannt, dass er Kim ins Weiße Haus einladen wolle.

Trump trifft Kim: Verhältnis sei „exzellent“

Kim hatte sein persönliches Verhältnis zum US-Präsidenten zuvor als „exzellent“ beschrieben. An der Grenzlinie hatte er zu Trump gesagt, er freue sich, ihn wiederzusehen. Er habe nicht erwartet, ihn jemals an diesem Platz zu treffen.

Der Handschlag habe „eine große Bedeutung für den Frieden“, sagte Kim. „Wir werden die Vergangenheit hinter uns lassen und in die Zukunft schreiten“, betonte er. Trumps Vorstoß für das Treffen bezeichnete er als „sehr couragierten Akt“.

Trump lässt sich Grenze zwischen Nord- und Südkorea erklären

Vor dem Treffen mit Kim hatte sich Trump an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae In von einem Militärangehörigen die Grenze erklären lassen. „Es ist ein anderer Ort geworden“, sagte Trump. Viel sei bereits erreicht worden.

Der US-Präsident verwies darauf, dass in unmittelbarer Nähe der Grenze, die nur rund 50 Kilometer von der Metropole Seoul entfernt liegt, 35 Millionen Menschen von nordkoreanischen Waffen bedroht seien.

Donald Trump: „Nur Händeschütteln und Hallo sagen“

Trump hatte das Treffen mit Kim in einer angeblich spontanen Einladung erst am Vortag via Twitter ausgesprochen. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea geführt hat. Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war.

„Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier, lasst uns treffen“, sagte Trump. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. „Nur Händeschütteln und Hallo sagen“, sagt Trump.

Südkoreas Präsident Moon nennt Treffen „bedeutenden Meilenstein“

Moon begrüßte die Pläne für ein kurzes Treffen mit Kim als Ereignis von hoher Symbolkraft. Ein Treffen zwischen Trump und Kim wäre ein „bedeutender Meilenstein“, sagte Moon zum Auftakt seiner Gespräche mit Trump. Er könne fühlen, „dass die Blume des Friedens auf der koreanischen Halbinsel“ blühe.

Die entmilitarisierte Zone trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.

Trump und Moon wollten Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Erster Gipfel weckte Hoffnung, zweiter scheiterte jedoch

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong Un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen.

Kommentar: Warum der Trump-Kim-Gipfel keinen Durchbruch brachte

Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Südkorea hatte vor einigen Wochen gemeldet, Nordkorea führe erneut Raketentests durch. Ende Mai sorgte zudem ein Bericht für Aufsehen, demzufolge Nordkorea einen US-Sondergesandten getötet haben soll.

(dpa/cho)

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