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CNN-Interview: Angela Merkel will bis 2021 Kanzlerin bleiben

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Union und SPD verlieren bei Europawahl deutlich

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Die Grünen setzen den Hochrechnungen zufolge ihren Höhenflug fort.

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Kanzlerin Merkel hat dem US-Sender CNN ein Interview gegeben. Darin erklärt sie unter anderem, noch nicht politikmüde zu sein.

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat betont, dass sie weiterhin bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2021 im Amt bleiben will. „Ich bin bereit, bis zum Ende dieser Legislaturperiode - das habe ich auch den Menschen versprochen - dann als Bundeskanzlerin zu arbeiten“, sagte Merkel der CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview.

Amanpour hatte Merkel gefragt, ob sie müde sei und sich wie ein „Wrack“ fühle. Die Kanzlerin sagte: „Und ich hätte mich sicherlich nicht zu diesem Interview bereit erklärt, wenn ich nicht Lust hätte, noch ein bisschen etwas politisch zu sagen. Und diese Freude muss man jeden Tag haben. Man muss, ich muss weiter neugierig auf Menschen sein können. Das bin ich. Immer wieder begegnet man neuen, faszinierenden Menschen. Und das ist für mich der wichtigste Kraftquell für Politik.“

CDU müsse noch bessere Antworten finden

Merkel äußerte sich in dem Interview ebenfalls zu den Ergebnissen der Europawahl. Das gute Abschneiden der Grünen begründete sie mit den Themen, die die Menschen im Augenblick sehr bewegten. Das sei zum Beispiel der Klimawandel. Für ihre Partei sei das „natürlich dann auch Aufforderung, noch bessere Antworten auf diese Fragen zu finden und vor allen Dingen zu sagen, dass wir uns den Zielen, die wir uns selbst gesetzt haben, auch verpflichtet fühlen“.

Erfreut zeigte sich Merkel über die gestiegene Wahlbeteiligung bei der Europawahl. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei, eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde. Die Europäische Volkspartei, zu der die CDU gehört, war mit Spitzenkandidat Manfred Weber in den Wahlkampf gegangen. Er rechnet sich Chancen aus, neuer Präsident der Europäischen Kommission zu werden.

Nicht in dem Interview, aber am Dienstag in Brüssel vor dem EU-Sondergipfel warb Merkel nochmals für Weber. Da sie beide Mitglieder der konservativen Europäischen Volkspartei seien, werde sie sich natürlich für Weber einsetzen.

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In dem Interview mit CNN äußerte sich Merkel darüber hinaus zu Themen wie Populismus und Antisemitismus. Es gebe viel zu tun, um sich gegen die dunklen Kräfte in Europa und in anderen Teilen der Welt zu stellen. Gerade in Deutschland müsse man angesichts der deutschen Geschichte wachsamer sein. Man müsse sich den „Gespenstern der Vergangenheit“ stellen.

Zu ihrem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump sagte Merkel, sie hätten kontroverse Debatten geführt, aber wenn es nötig war, Gemeinsamkeiten gefunden. Sie erklärte, dass die Beziehung zu Trump anfangs nicht reibungslos verlaufen und nicht einfach gewesen sei. Trump habe seine Meinung, Merkel ihre.

Hintergrund: Ist der nächste Kanzler ein Grüner?

Moderatorin Amanpour befragte Merkel ebenfalls zum Thema Feminismus. Es müssten Merkels Ansicht nach mehr Frauen in relevante Positionen kommen. Das bedeute auch, dass Männer ihre Lebensweise ändern müssten. Sie selbst sei während ihrer Kanzlerschaft angeblich zum Vorbild vieler Mädchen geworden. (jb/dpa)