Dokumente

Ein bisschen Brexit gibt es schon: EU fehlt auf neuen Pässen

Der Brexit lässt auf sich warten, auf neuen britischen Pässen ist er aber schon Realität: Auf ihnen gibt es keinen EU-Hinweis mehr.

Eine britischer Reisepass. (Symbolbild)

Eine britischer Reisepass. (Symbolbild)

Foto: imago stock&people / imago/imagebroker

LondonZumindest an einer Stelle haben die Briten ihrer Ankündigung des EU-Austritts schon Taten folgen lassen. Auf neuen britischen Reisepässen gibt es nichts mehr, das auf die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union hindeutet. Dort, wo bis vor kurzem noch „European Union“ zu lesen war, sieht man jetzt nur noch burgunderrot, die Farbe des Umschlags. Am 30. März sind die neuen Pässe eingeführt worden – einen Tag nach dem ursprünglich geplanten EU-Austritt.

„Ich war überrascht – wir sind doch immer noch Mitglied der EU“, sagte Susan Hindle Barone, die einen solchen neuen Pass bekommen hatte, am Samstag der britischen Nachrichtenagentur PA. Nach Angaben des Innenministeriums können für eine gewisse Zeit aber auch noch einzelne Pässe mit dem EU-Hinweis ausgestellt werden – man wolle den Vorrat aufbrauchen. Mit oder EU-Hinweis Beide Arten von Reisepässen seien gültig, hieß es.

Theresa May will Brexit auf den 30. Juni verschieben

Ende des Jahres müssen sich die Briten auf noch eine Neuerung einstellen: Dann sollen die Dokumente nicht mehr im typischen Burgunderrot der EU-Reisepässe ausgestellt werden, sondern in Blau, also so, wie sich die Briten schon früher auf Reisen ausgewiesen haben.

• Hintergrund: Diese fünf Briten sind für das Brexit-Chaos verantwortlich

Indes geht der Streit um den Austrittstermin weiter. Neues angepeiltes Datum ist der 12. April. Premierministerin Theresa May hat allerdings bereits um Aufschub bis zum 30. Juni gebeten. EU-Ratspräsident Donald Tusk, an den die Bitte von Theresa May adressiert war, plädiert hingegen für eine flexible Verlängerung der Austrittsfrist um bis zu zwölf Monate.

(dpa/ba)