Rechtsextreme

Spende von Moschee-Attentäter: Das Ende der „Identitären“?

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch hat eine Spende an österreichische Rechtsextreme getätigt. Was der Gruppe nun droht.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz lässt eine Auflösung der „Identitären Bewegung“ in Österreich prüfen.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz lässt eine Auflösung der „Identitären Bewegung“ in Österreich prüfen.

Foto: Hans Klaus Techt / dpa

Wien.  Die rechtsextreme Gruppe „Identitäre Bewegung“ in Österreich hat laut Ermittlern Anfang 2018 eine Spende des mutmaßlichen Attentäters von Christchurch in Neuseeland erhalten. Die Regierung in Wien prüft deshalb, ob die Gruppe in Österreich aufgelöst werden kann.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte am Mittwoch nach dem Ministerrat eine Prüfung an. Es gebe „keine Toleranz für gefährliche Ideologien, ganz gleich, aus welcher Ecke sie kommen“. Egal welche Art von Extremismus, „sowas darf keinen Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft haben“, sagte Kurz. Es sei Aufklärung nötig, ob es hier „Machenschaften im Hintergrund“ gegeben habe.

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland während der Freitagsgebete waren am 15. März 50 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Chef der „Identitären“ in Österreich streitet Kontakt ab

Der mutmaßliche Todesschütze von Christchurch, ein 28-jähriger Rechtsextremist aus Australien, hat den „Identitären“ in Österreich 1500 Euro als Spende überwiesen. Dies geschah bereits Anfang 2018. In diesem Zusammenhang war nun die Wohnung von Martin Sellner, dem Chef der „Identitären“, durchsucht worden. Es bestehe der Verdacht der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung.

Sellner wies die Vorwürfe zurück. Es gebe keine Verbindungen über die Spende hinaus, sagte Sellner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe alle Identitären gefragt und niemand hat sein Gesicht gesehen.“ Er sehe der Prüfung durch die Behörden gelassen entgegen. Für die Spende habe er sich mit einer Standard-Mail bedankt, aber keine Reaktion darauf bekommen.

Der mutmaßliche Attentäter hatte 2018 auf einem Europa-Trip auch Österreich besucht. Bei Treffen der „Identitären“ sei er nicht aufgetaucht, so Sellner weiter.

Die Folgen des Attentates von Christchurch haben am Montag auch deutsche Behörden beschäftigt. Die Polizei räumte die neuseeländische Botschaft nach einem verdächtigen Brief. Zudem wurde in den vergangenen Tagen immer mehr über den mutmaßlichen Täter bekannt. Der Terrorismus-Experte Peter Neumann sagte unserer Redaktion: „Der Attentäter war eindeutig islamfeindlich motiviert“. (dpa/ac)