Steuerhinterziehung

Trumps Ex-Wahlkampfmanager muss 47 Monate ins Gefängnis

Paul Manafort hat Donald Trumps Kampagne im Präsidentschaftswahlkampf gemanagt. Nun muss der ehemalige Vertraute von Trump in Haft.

Paul Manafort, früherer Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump, muss ins Gefängnis (Archivfoto).

Paul Manafort, früherer Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump, muss ins Gefängnis (Archivfoto).

Foto: Andrew Harnik / dpa

Washington.  Paul Manafort ist zu 47 Monaten Haft verurteilt worden. Der ehemalige Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump hat in einem Prozess damit eine geringere Strafe erhalten als von der Anklage gefordert – Die Staatsanwaltschaft hatte 19 bis 24 Jahre Gefängnis gefordert.

Der 69-Jährige war in dem Prozess vor einem Gericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia bereits im vergangenen August von Geschworenen unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs schuldig gesprochen worden.

Dieser Prozess hatte nicht direkt etwas mit der Russland-Affäre um Trump zu tun, war aber im Zuge der Ermittlungen ans Licht gekommen. In einem weiteren Verfahren gegen Manafort vor einem Gericht in Washington soll in der kommenden Woche ein Urteil gefällt werden.

Paul Manafort wird illegale Lobbyarbeit vorgeworfen

In diesem zweiten Prozess werden Manafort im Zusammenhang mit seiner früheren illegalen Lobbyarbeit für ukrainische Politiker Verschwörung und Behinderung der Justiz vorgeworfen. Manafort hatte sich im September zur Zusammenarbeit mit FBI-Sonderermittler Robert Mueller bereit erklärt. Bei Muellers Untersuchungen geht es unter anderem darum, ob es im Wahlkampf 2016 Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Russland gegeben hat und ob Trump die Justiz behindert hat.

Nach Überzeugung des Gerichts in Washington hat Manafort Muellers Team allerdings bei dessen Ermittlungen belogen und damit gegen eine Vereinbarung für Strafminderung verstoßen. Auch in diesem Verfahren droht Manafort eine Haftstrafe.

Der 69-Jährige sitzt bereits seit Juni in Untersuchungshaft. Der Sender Fox News berichtete, Manafort sei im Rollstuhl ins Gericht in Alexandria gebracht worden. Er trug grüne Sträflingskleidung. Manafort sagte bei der Anhörung zur Verkündung des Strafmaßes am Donnerstag nach Angaben des Senders CNN, er fühle sich „gedemütigt“. Beim Prozess in Virginia war das Bild eines verschwenderischen, exzessiven Lebensstils Manaforts gezeichnet worden. Für Schlagzeilen sorgte Manaforts Jacke aus Straußenleder, die 15 000 Dollar (13 400 Euro) wert sein soll. Er besaß demnach auch eine Jacke aus Pythonleder im Wert von 18.500 Dollar.

Manafort war im März 2016 zu Trumps Wahlkampflager gestoßen. Im Juni 2016 machte Trump ihn zu seinem Wahlkampfmanager. Im selben Monat nahm Manafort an einem Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower teil, um das sich viele Fragen ranken. Der älteste Sohn des heutigen Präsidenten, Donald Trump Jr., hatte der Begegnung mit der Anwältin zugestimmt, weil ihm kompromittierendes Material über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton versprochen worden war.

Spekuliert wird, dass Manafort womöglich auf eine Begnadigung durch Trump hoffen könnte. Trump hat mehrfach kritisiert, Manafort werde ungerecht behandelt. Trump selber weist vehement zurück, dass es im Wahlkampf 2016 geheime Absprachen mit Russland gab. Der Präsident nennt die Mueller-Ermittlungen eine „Hexenjagd“. Die US-Demokraten hatten zuletzt eine groß angelegte Untersuchung gegen Trump gestartet. (dpa/ac)