Gipfel

Trump und Kim wollen gemeinsame Erklärung unterschreiben

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Felix Lee
In Hanoi haben sich Donald Trump und Kim Jong Un per Handschlag bei ihrem zweiten Treffen begrüßt.

In Hanoi haben sich Donald Trump und Kim Jong Un per Handschlag bei ihrem zweiten Treffen begrüßt.

Foto: Evan Vucci / dpa

Donald Trump und Kim Jong Un sind zu ihrem zweiten Treffen zusammengekommen. In Hanoi sprechen sie unter anderem über den Korea-Krieg.

Hanoi. Umarmt haben sie sich nicht. Und beide wirkten beim ersten Handschlag angespannt und blickten mit ernster Miene. Erst nachdem US-Präsident Donald Trump betonte, wie wichtig ihm das persönliche Verhältnis zu Kim Jong Un sei und welches „enorme Potenzial“ er für Nordkorea sehe, lächelte der nordkoreanische Machthaber dem US-Präsidenten freundlich zu.

Das Eis schien gebrochen. Trump und Kim stellten sich der Presse nur für wenige Minuten. Im Anschluss folgte ein Gespräch unter vier Augen. Kameraaufnahmen zeigen, wie sie beim gemeinsamen Abendessen lautstark lachen.

Trump: Gespräche werden sehr erfolgreich sein

Zum Auftakt des zweiten Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben sich beide zuversichtlich gezeigt, dass ihr anderthalbtägiges Treffen ein Erfolg werde. Er werde „sein Bestes“ geben, um „große“ und „von allen begrüßte“ Ergebnisse zu erzielen, sagte Kim. Trump ergänzte, er gehe davon aus, dass die Gespräche „sehr erfolgreich“ sein würden. Der Gipfel findet in Vietnams Hauptstadt Hanoi statt.

Konkreteres verrät der am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichte Ablaufplan des Weißen Hauses für den zweiten und letzten Gipfeltag. Demnach wollen Trump und Kim am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.

Bei einem vorhergehenden Treffen mit dem vietnamesischen Präsidenten Nguyen Phu Trong hatte Trump verkündet, dass „großartige Dinge“ bei dem „sehr wichtigen Gipfel“ geschehen würden. Er bezeichnete den nordkoreanischen Diktator gar als seinen „Freund“ und stellte wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand in Aussicht, sollte es seine Atomwaffen und Raketen abrüsten.

Treffen zwischen Trump und Kim: Die besten Zitate
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Vor allem Trump muss konkrete Ergebnisse liefern

Vor acht Monaten kam es in Singapur erstmals zu einem Treffen zwischen Kim und Trump. Eine Premiere: Noch nie hatten sich ein nordkoreanischer Machthaber und ein amtierender US-Präsident getroffen. Seit dem Korea-Krieg zwischen 1950 und 1953 sind beide Staaten verfeindet. Bis heute gibt es kein Friedensabkommen.

Doch während beim ersten Treffen in Singapur schon der Handschlag als historisch gefeiert wurde und sie sich auf eine vage Absichtserklärung zur „Denuklearisierung“ einigten, steht insbesondere Trump unter Druck, konkrete Ergebnisse zu liefern.

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Trumps eigener Stab ist skeptisch

Trump selbst hatte zwischenzeitlich die Erwartungen hochgeschraubt und sich selbst bereits als Friedensnobelpreisträger gesehen. Schließlich habe er einen der gefährlichsten Konflikte der Welt befriedet. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe soll Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen haben.

Doch so weit sind die Verhandlungen noch lange nicht. Sein Sondergesandter Steve Biegun musste zugeben, dass sich beide Seiten noch nicht einmal auf eine Definition geeinigt hätten, was Denuklearisierung konkret heiße.

An den Verhandlungen nimmt auch Trumps Stabschef Mick Mulvaney und US-Außenminister Mike Pompeo teil. Pompeo hatte im Vorfeld selbst gesagt, er glaube nicht, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm so rasch aufgeben werde. Kim wird von seinem Außenminister Ri Yong Ho und Ex-Geheimdienstchef Kim Yong Chol unterstützt. Beide gelten als sehr erfahren.

Ergebnisse abhängig von Stimmung zwischen Trump und Kim

Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte mit Panzerfahrzeugen riegelten das legendäre Hotel „Metropole“ in der Hanoier Altstadt weiträumig ab. Die eigentlichen Verhandlungen sind für Donnerstagvormittag vorgesehen. Vieles hängt nach Einschätzung von Experten davon ab, wie gut sich Trump und Kim persönlich verstehen werden.

Laufen die Gespräche harmonisch, könnte Kim sich bereit erklären, internationale Inspektoren die Atomanlage Yongbyon kontrollieren zu lassen. Die Aufgabe aller Atom- und Raketenstätte würde das aber nicht bedeuten. Kim wiederum könnte mit einer Lockerung der Sanktionen gegen sein Land rechnen.

Auch eine Friedenserklärung als erster, symbolischer Schritt auf dem Weg zu einem Friedensvertrag und einer neuen Sicherheitsarchitektur in Ostasien ist nach Ansicht von Experten im Bereich des möglichen. Für einen umfassenden Friedensvertrag müssten allerdings auch Südkorea und China beteiligt werden.

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