Innenministerkonferenz

Messerangriffe sollen bundesweit einheitlich erfasst werden

Bundesweite Zahlen zu Messerangriffen fehlen. Jetzt sollen sie in ganz Deutschland erfasst werden. Die Umsetzung dürfte aber dauern.

Der Bahnhof von Flensburg in Schleswig-Holstein: Im Mai hatte es einen Messerangriff in einem Intercity-Zug gegeben.

Der Bahnhof von Flensburg in Schleswig-Holstein: Im Mai hatte es einen Messerangriff in einem Intercity-Zug gegeben.

Foto: Sebastian Iwersen / dpa

Halle.  Wiederholt ist in Deutschland über eine angeblich steigende Zahl von Messerangriffen diskutiert worden – belastbare Statistiken aber fehlten bislang. Das wollen die Innenminister der Bundesländern nun ändern: Messerangriffe sollen nach Angaben des thüringischen Innenministers Georg Maier künftig bundesweit statistisch erfasst werden.

Der SPD-Politiker sagte „MDR Aktuell“, das sei auf der Innenministerkonferenz Ende November in Magdeburg beschlossen worden. Die Umsetzung werde jedoch noch etwas dauern.

Statistik kann wahrscheinlich noch nicht im Januar eingeführt werden

„Diese bundesweite Kriminalitätsstatistik hat halt eine ganz einheitliche Struktur und wenn wir da was ändern, dann muss das in 16 Bundesländern geändert werden. Das führt jetzt leider dazu, dass das höchstwahrscheinlich nicht zum 1. Januar 2019 eingeführt werden kann, sondern erst zu Beginn des nächsten Jahres.“

Maier sagte dem MDR, er hoffe durch gesammelte Daten Schwerpunkte für solche Messerangriffe finden zu können.

Auf der Innenministerkonferenz im Sommer in Quedlinburg hatten die Ressortchefs lediglich „eine bundesweit einheitliche und vergleichbare statistische Erfassung von Messerangriffen“ begrüßt. Bis zur Herbstsitzung sollten Umsetzungsmöglichkeiten geprüft werden.

In der Vergangenheit ist es in Deutschland immer wieder zu Messerattacken gekommen. Erst am Donnersagabend sind drei Frauen in Nürnberg nacheinander niedergestochen worden.(les/dpa)