CDU

Jens Spahns Wahlkampfvideo – 70 Sekunden und viele Floskeln

| Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Scherer
Merkels Rückzug: So wird jetzt um die Nachfolge gekämpft

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Jens Spahn will den CDU-Parteivorsitz übernehmen. In einem knappen Video erklärt er nun seine Ziele. Viel sagt er dabei aber nicht.

Berlin.  Siegessäule, Brandenburger Tor, Bundespressekonferenz – Jens Spahn will CDU-Chef werden, in seinem Wahlkampfvideo ist die Bundeshauptstadt dazu passend sein Hintergrund. „Heute beginnt der #Neustart“, schreibt er bei Twitter dazu. „Lasst uns zusammen die CDU wieder stark machen.“

Jens Spahn ist einer der drei Anwärter auf den Posten, den Angela Merkel nach der Wahlschlappe der CDU in Hessen und der CSU in Bayern geräumt hat – genau wie Friedrich Merz, der sich am Mittwoch in Berlin Journalisten stellte, und Annegret Kramp-Karrenbauer will er den Christdemokraten künftig vorsitzen.

Zackig geschnittene 70 Sekunden mit Anpack-Ästhetik

Im zackig geschnittenen 70-Sekünder präsentiert sich der Politiker mit weit ausgebreiteten Armen, aktiv, in vielen Alltags- und Politsituationen. Wichtige Begriffe und Schlagwörter werden eingeblendet. Spahn richtet sich die Ärmel, den Kragen – visuelle Zeichen: Hier will einer anzupacken.

„Die CDU ist das Herz unserer Demokratie“, erklärt Spahn im Video. „Wir haben zugelassen, dass dieses Herz an Kraft verliert.“ Er sei sicher, „zusammen können wir wieder stark werden.“

Das funktioniere, wenn Arbeiter nicht die Dummen sein, „wenn wir tolerant sind, aber nicht naiv. Pragmatisch, aber nicht beliebig.“ Spahn will keine Kompromisse beim Rechtsstaat, Sicherheit, Familien entlasten – „Freiheit schätzen, nicht bevormunden.“ Die Globalisierung müsse mit „einem starken Europa gestaltet“ werden.

Floskeln muss Politik folgen

Erst gegen Ende schaut Spahn den Zuschauer direkt an. „Dafür will ich mit ganzer Kraft kämpfen – ich will einen Neustart. Für die CDU. Für Deutschland.“

Ob der Clip reicht, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen? Formatbedingt folgen den Kampfansagen keine inhaltlichen Ausführungen. Wie die Floskeln zu Realipolitik werden können, das muss Spahn bis zum CDU-Wahlparteitag Anfang Dezember in Hamburg noch darstellen. (ses)