US-Politik

Donald Trumps UN-Botschafterin Nikki Haley tritt zurück

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Nikki Haley am Dienstag bei Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

Nikki Haley am Dienstag bei Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Sie will eine Auszeit nehmen: Die US-Botschafterin bei den UN ist zurückgetreten. Donald Trump lobte Nikki Haley für ihre Arbeit.

Washington.  Überraschender Personalwechsel in Washington: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, ist zurückgetreten. Das verkündete US-Präsident Donald Trump am Dienstag. Zuvor hatte unter anderem der US-Sender CNN darüber berichtet.

Am Dienstagnachmittag gab Trump ein kurzes Statement dazu ab. Haley habe ihm ihren Entschluss vor etwa sechs Monaten mitgeteilt. Sie werde zum Ende des Jahres aus ihrem Amt scheiden, um eine Auszeit zu nehmen. „Sie hat einen fantastischen Job gemacht“, erklärte der US-Präsident. Haley dankte ihm. „Es war eine einmalige Ehre im Leben.“

Trump sagte, er freue sich für Haley, sei aber traurig, sie als seine Botschafterin bei den Vereinten Nationen zu verlieren. „Wir werden Sie vermissen.“ Trump sagte, es gebe mehrere Anwärter für den Posten. Voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen werde er einen Nachfolger verkünden. Er hoffe, dass Haley in einer anderen Funktion zurückkomme. Haley erklärte, sie werde bei der Präsidentenwahl 2020 nicht antreten, sondern sich für die Wiederwahl Trumps einsetzen. Sie habe derzeit keine konkreten Pläne für eine neue Aufgabe.

Zuvor hatte Trump gewittert, dass er eine „wichtige Ankündigung“ mit „seiner Freundin“ Haley machen werde.

Nikki Haley übernahm 2017 Posten als UN-Botschafterin

Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 ist es zu zahlreichen prominenten Personalwechseln in der US-Regierung gekommen. Haley hatte im vergangenen Monat in einem Beitrag für die „Washington Post“ geschrieben, sie stimme nicht in allen Punkten mit Trump überein. Sie sei aber stolz, seiner Regierung zu dienen.

Die 46 Jahre alte Haley hatte den Posten als UN-Botschafterin im Januar 2017 fast ohne jegliche diplomatische Vorkenntnisse angetreten. Zuvor war sie Gouverneurin des Südstaats South Carolina und hatte dort nur vereinzelt mit ausländischen Delegationen zu tun.

Bei den Vereinten Nationen trat sie stets resolut auf und setzte Trumps Kurs einer schlankeren UN mit geringeren Beiträgen der USA zu Budget und Friedenseinsätzen konsequent um.

Interesse an Außenministerium

Schon vor gut einem Jahr war darüber spekuliert worden, ob Haley ihr Amt als UN-Botschafterin aufgibt. Seinerzeit war ihr ein mögliches Interesse am Posten des damaligen US-Außenministers Rex Tillerson nachgesagt worden. Anders als der eher wortkarge Tillerson trat Haley eloquent auf und nahm in politischen Verhandlungen häufig eine führende Rolle ein.

Haley selbst hatte Trump in dessen Wahlkampf im Jahr 2016 zunächst offen kritisiert, sich dann aber auf seine Seite geschlagen. Die in South Carolina geborene Republikanerin ist Tochter indischer Einwanderer. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. (jha/dpa/rtr)

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