US-Wahlkampf

Donald Trump und Kim Jong Un: Tatsächlich Liebe?

Dirk Hautkapp
Donald Trump (US-Präsident) und Kim Jon Un (Machthaber in Nordkorea) bei ihrem Treffen in Singapur im Juni.

Donald Trump (US-Präsident) und Kim Jon Un (Machthaber in Nordkorea) bei ihrem Treffen in Singapur im Juni.

Foto: Evan Vucci / dpa

„Wir haben uns verliebt“, sagt Donald Trump über Kim Jong Un. Es spricht von „wunderschönen Briefen“. Was da wohl drin steht?

Washington.  In jeder taufrischen Liebesbeziehung muss einer von außen den kühlen Kopf behalten. So ist es auch bei Donald Trump und Kim Jong un. „Er hat mir wunderschöne Briefe geschrieben“, säuselte der amerikanische Präsident am Samstag vor Anhängern in West Virginia über den nordkoreanischen Diktator und gestand zum ersten Mal öffentlich ein: „Wir haben uns verliebt.“

Seit der Satz in der Welt ist, rätselt Washington über den Inhalt der Schriftstücke. Sind es körperliche Reize, die die Herzen der beiden Staatsmänner entflammt haben, die sich im Sommer 2017 noch wechselseitig mit atomarer Auslöschung bedrohten? Und wenn ja, was würde First Lady Melania dazu sagen?

Oder hat Kim dem für Gunstbezeugungen empfänglichen „The Donald“ lediglich bescheinigt, der größte Staatsmümmelmann und Dealmaker aller Zeiten zu sein?

Solange Trump die „love letter“ aus Pjöngjang nicht veröffentlicht, regieren Mutmaßungen. Favorisiert wird derzeit diese: Der junge Despot, den Trump „tough cookie“ nennt, was anerkennend „harter Hund“ meint, hat dem US-Präsidenten in Sachen Denuklearisierung (Aufgabe aller atomaren Ambitionen) mal wieder das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Wie schön.