Berlin.
Bundesaußenminister Heiko Maas hat den geplanten Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland gegen Kritik verteidigt. „Die Tatsache, dass der Staatsbesuch mit allen Ehren stattfinden wird, wird ja nicht dazu führen, dass nicht auch unbequeme Fragen miteinander besprochen werden“, sagte Maas am Montag in Berlin. Das sei zwischen der deutschen und türkischen Regierung der Fall. Es müsse besonders mit denjenigen geredet werden, mit denen es viele offene Fragen gebe. Dem Bundespräsidialamt zufolge steht ein genauer Termin für den Besuch Erdogans noch nicht fest.
Kritik am Besuch Erdogans hatte der Grünen-Politiker Cem Özdemir in dieser Zeitung geübt. Erdogan sei „kein normaler Präsident in einer Demokratie“ und solle deshalb auch nicht so empfangen werden. Zu einem Staatsbesuch gehören unter anderem ein Empfang durch den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren und ein Staatsbankett. Die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara sind wegen des Vorgehens der türkischen Regierung gegen mutmaßliche Putschisten und der Inhaftierung von Deutschen seit Längerem angespannt.
rtr, dpa