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Merkel würdigt Pflegeberuf bei Treffen mit Altenpfleger

Zur Bundestagswahl hatte ein Pfleger Merkel eingeladen, ihn bei der Arbeit zu begleiten. Nun löst die Kanzlerin ihr Versprechen ein.

Plötzlich pflegebedürftig: Vier Dinge, die jetzt weiterhelfen

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Paderborn.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei ihrem Besuch eines Altenheims in Paderborn für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte ausgesprochen. „Wir müssen über die Ausbildung und Vergütung sprechen“, sagte Merkel am Montag bei ihrem Besuch der evangelischen Altenhilfe St. Johannisstift.

Der Pfleger Ferdi Cebi, der die Kanzlerin eingeladen hatte, mahnte, dass der Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver gemacht werden müsse. Der Vorstandssprecher des St. Johannesstifts, Martin Wolf, unterstrich, dass Pflege gut bezahlt werden müsse.

Merkel erklärte, Pflegekräfte dürften nicht überfordert werden. Verbesserungen bei der Ausbildung und Bezahlung seien auch Ziel der „Konzertierten Aktion Pflege“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), sagte Merkel bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit Senioren der Einrichtung.

Flächendeckende Bezahlung nach Tarif gefordert

„Wir müssen versuchen, das nicht ganz einfache System zu ordnen und die Vielfalt zu einer Einheit zu machen.“ Bundesweit solle ein vergleichbares Niveau von Ausbildung und Bezahlung erreicht werden, sagte die CDU-Chefin. Für die Pflege sei nicht nur der Fachminister verantwortlich, sie sei Aufgabe der gesamten Regierung.

Vor dem Treffen mit Merkel hatte der Altenpfleger Ferdi Cebi mehr Verbesserungen für den Pflegeberuf gefordert. Damit mehr Pflegestellen besetzt werden können, müsse der Beruf attraktiver gemacht werden, sagte Cebi am Montag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Nötig seien eine flächendeckende Bezahlung nach Tarif und mehr Erholungszeit für die Beschäftigten.

Altenpfleger will Merkel seine Arbeit zeigen

Es gebe zwar bereits Verbesserungen in der Pflege , etwa durch eine vereinfachte Pflegedokumentationen, erläuterte Cebi. Es müsse aber noch einiges passieren. Zugleich mahnte der 36-jährige Pfleger, dass nicht nur das Negative in der Pflege gezeigt werden dürfe.

„Die positiven Seiten gehen ein bisschen unter, und das finde ich schade“, sagte Cebi. Dieser Beruf habe viel mehr schöne Seiten als negative. Es steckten auch viele Nebenberufe in diesem Beruf: „Wir sind auch Köche, Hausmeister, Ratgeber und Seelsorger.“

Der Altenpfleger Cebi hatte Merkel im vergangenen September zur Bundestagswahl in der ZDF-Wahlsendung „Klartext, Frau Merkel “ nach Paderborn eingeladen.

Merkel sagte überraschend zu

„Wir Pflegekräfte und die älteren Menschen fühlen uns im Stich gelassen“, sagte er damals. „Wieso setzt sich die Politik nicht mehr für uns ein?“ Die Kanzlerin hörte ihm lange zu und zählte dann auf, was alles schon besser geworden sei. Aber Cebi reichte das nicht. Er finde es „traurig, dass Gesetze gemacht werden, obwohl die Politik noch nie wirklich in den Beruf reingeblickt hat“, sagte er ihr.

Dann lud er die Kanzlerin ein. Die Bundeskanzlerin, die überraschend zugesagt hatte, wollte nun ihr Versprechen wahr machen, um sich als „Schatten des Pflegers “ vor Ort zu informieren. (dpa/epd)