Berlin

322.000 Visa für Familiennachzug seit 2015 erteilt

Berlin. Deutschland hat seit Januar 2015 weltweit rund 322.000 Visa zur Familienzusammenführung erteilt. Das berichtet die „Bild“-Zeitung und beruft sich dabei auf neue Zahlen des Außen­ministeriums. Demnach erteilte das Auswärtige Amt 72.681 Visa im Jahr 2015 und 103.883 im Folgejahr. 2017 waren es 117.992 und im ersten Quartal dieses Jahres 27.551 Visa. Der größte Anteil der Visa zur Familienzusammenführung ging dabei an Syrer (33,75 Prozent) und Iraker (7,55 Prozent).

Eine Prognose, wie viele Migranten insgesamt noch ihre Familien nachholen wollen, sei nach Angaben der Bundesregierung nicht möglich, weil beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht erfasst werde, wie viele nachzugsberechtigte Angehörige jeder Schutzberechtigte hat.

Der mühsam errungene Asylkompromiss von CDU und CSU hilft den Christsozialen bisher nicht. Im neuen RTL/n-tv-Trendbarometer von Forsa erreicht die Regierungspartei unter Ministerpräsident Markus Söder gut drei Monate vor der Landtagswahl nur noch 38 Prozent. Die AfD könnte in Bayern aktuell mit 14 Prozent rechnen, läge aber hinter den Grünen, die auf 15 Prozent kommen. Die SPD wäre mit zwölf Prozent nur viertstärkste Kraft. Auch Freie Wähler (acht Prozent) und die FDP (sechs Prozent) könnten mit dem Einzug ins Landesparlament rechnen.

Österreich hat unterdessen mit befristeten Grenzkontrollen begonnen. Bei der Einreise aus Deutschland sind größere Staus zunächst ausgeblieben. Auch am österreichisch-italienischen Grenzpass Brenner kam es zu keinen nennenswerten Verzögerungen. Die Kontrollen sollen bis Freitag dauern. Sie werden offiziell mit Sicherheitsmaßnahmen rund um die Konferenz der EU-Innenminister am 12. und 13. Juli in Innsbruck begründet.