Wenn in amerikanischen Restaurants die Zahlenkombination „86“ geflüstert wird, wissen die Angestellten, was Sache ist: Ein unerwünschter Gast muss gehen. Im Fall von US-Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders, der am Samstag in der „Roten Henne“ in Lexington/Virginia die Tür gewiesen wurde, gab weder Zahlungsunwilligkeit oder Randalieren den Ausschlag. Sondern die Art ihrer Berufsausübung.

„Es gibt Momente, da muss man seinen Überzeugungen folgen“, erklärte Mitbesitzerin Stephanie Wilkinson in Anspielung auf die Unwahrheiten und Lügen, die Sanders regelmäßig zum Wohlgefallen von Präsident Trump vom Podium des Weißen Hauses verbreite.

Sanders ging geräuschlos und erklärte später, sie sei stets versucht, „Menschen gut und respektvoll zu behandeln, auch jene, mit denen ich nicht einer Meinung bin“.

Kontroverse im Internet

Seit ihrem Rauswurf tobt auf dem Internet-Bewertungsportal Yelp eine Kontroverse. Viele rufen zum Boykott des „unpatriotischen“ Restaurants auf. Andere loben die Aktion als „Akt des zivilen Ungehorsams“.

Zuvor waren bereits Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und Trump-Berater Stephen Miller in Washingtoner Restaurants von Aktivisten beschimpft worden. Beide sind Architekten der kritisierten Einwanderungspolitik Trumps an der Grenze zu Mexiko.

Ari Fleischer, Vorgänger Sanders’ unter George W. Bush, sieht bereits eine Form von gastronomischer Segregation aufziehen: Restaurants nur für Demokraten – und nur für Republikaner. „Wollen die Dummköpfe, die Sarah rausgeschmissen haben, und die Leute, die sie dafür feiern, wirklich, dass wir so ein Land sind?“.