Sexuelle Minderheiten

WHO streicht Transsexualität als psychische Störung

Die Weltgesundheitsorganisation ordnet Transsexualität nicht länger als psychische Erkrankung ein. Hoffnung auf weniger Diskriminierung.

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Genf.  Transsexualität ist keine psychische Störung. Das stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer „Internationalen Klassifikation von Krankheiten“ (ICD) fest und korrigiert damit eine frühere Einordnung, wie WHO-Sprecher Christian Lindmeier dem epd am Dienstag in Genf bestätigte.

In der 11. Auflage der ICD, die Regierungen und Behörden weltweit als Grundlage für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen gilt, ist Transsexualität stattdessen im Kapitel Sexualgesundheit verzeichnet.

Bisher wurde eine Behandlung empfohlen

Dank der Neueinordnung dürfen Transsexuelle auf ein Ende von Diskriminierung und bessere Behandlung hoffen. Bislang wäre nach ICD die Beseitigung der „Störung“ Transsexualität Ziel einer Behandlung gewesen. Transsexuelle fühlen sich nicht dem Geschlecht zugehörig, dessen körperliche Merkmale sie zeigen.

Die Streichung vom Homosexualität als psychische Störung im ICD erfolgte 1992 und führte in Deutschland zur Abschaffung des Strafgesetz-Paragrafen 175 zwei Jahre später, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte.

Diskriminierung ist Alltag

Die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen ist weltweit sehr stark verbreitet. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen sexuelle Minderheiten kriminalisiert werden. Dies geht aus dem ersten Bericht des UN-Experten Victor Madrigal-Borloz hervor, der für den Schutz der Rechte sexueller Minderheiten zuständig ist.

Täglich seien Millionen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und andere sexuelle Minderheiten Grausamkeiten allein aufgrund der Tatsache ausgesetzt, wen sie liebten, sagte der aus Costa Rica stammende Jurist bei seiner ersten Rede im UN-Menschenrechtsrat am Montag. (epd)

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