Gipfeltreffen

Trump wettert gegen Benachteiligung der USA im Handel

Donald Trump ist vorzeitig vom G7-Gipfel abgereist. Er warb zuvor erneut für G8 mit Russland – und monierte Benachteiligungen der USA.

Donald Trump am Freitag bei seiner Ankunft im kanadischen Charlevoix in der Provinz Quebec.

Donald Trump am Freitag bei seiner Ankunft im kanadischen Charlevoix in der Provinz Quebec.

Foto: LEAH MILLIS / REUTERS

Québec.  US-Präsident Donald Trump fordert von den übrigen G7-Staaten gerechten Marktzugang und ein Ende der von ihm ausgemachten unfairen Handelspraktiken. „Die Vereinigten Staaten werden seit Jahrzehnten und Jahrzehnten benachteiligt“, sagte Trump am Rande des G7-Gipfels in Kanada. Zugleich machte er deutlich, dass er den G7 nicht die Schuld für ungerechte Handelsabkommen gebe. Die Schuld daran trügen seine Amtsvorgänger, die diese ausgehandelt hätten. Die Beziehungen zu den anderen G7-Regierungschefs beschrieb er als hervorragend. Zugleich drohte er aber mit einer Verschärfung der Handelssanktionen gegen andere Staaten.

Das Freihandelsabkommen Nafta zwischen den USA, Mexiko und Kanada könne künftig wie bisher drei Mitglieder umfassen oder auf zwei bilaterale Verträge aufgespalten werden, sagte Trump. Es solle aber ein Verfallsdatum bekommen.

Trump: Länder, die Schutzzölle vergelten, begehen Fehler

In einem Seitenhieb gegen die Europäer wandte sich Trump gegen Staaten, die wegen der US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium mit Vergeltungsmaßnahmen zurückschlügen. Solche Länder begingen einen Fehler, warnte er. Dennoch betrachte er den G7-Gipfel nicht als kontrovers. Die Beziehungen zwischen den Staaten seien sehr gut, sagte Trump. Die G7 würden sich langsam faireren Handelsbeziehungen mit den USA öffnen. Die EU hat ab Juli Gegenmaßnahmen als Antwort auf die US-Zölle angekündigt.

Kontroversen gab es auch bei Trumps Forderung, Russland wieder in den Kreis der G7/G8-Staaten aufzunehmen. Notfalls werde es keine gemeinsame Gipfelerklärung der sieben großen westlichen Industriestaaten geben, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt: „Es ist ehrlicher, Meinungsverschiedenheiten zu benennen und an ihrer Überwindung weiter mitzuarbeiten als jetzt zu tun, als ob alles in Ordnung wäre.“

(rtr)