US-Besuch

Emmanuel Macron liest Trump in Washington die Leviten

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Der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch bei seiner Rede vor dem US-Kongress in in Washington.

Der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch bei seiner Rede vor dem US-Kongress in in Washington.

Foto: BRIAN SNYDER / REUTERS

Emmanuel Macron hat bei seinem US-Besuch Nationalismus und Isolationismus kritisiert. Stark machte er sich indes für den Klimaschutz.

Washington.  Was Angela Merkel bereits am 3. November 2009 empfing, hat am Mittwoch auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der Herzkammer der US-Demokratie bekommen: minutenlangen Beifall von den rund 500 Abgeordneten beider Kammern des Kongresses. Für eine Rede, die in weiten Teilen einem flammenden Appell gegen nationalistische Strömungen und Isolationismus gleichkam.

Macron warnte die USA indirekt davor, den von Trump eingeschlagenen Weg des Rückzugs aus internationalen Verbünden fortzusetzen. Nur ein „starker Multilateralismus“ könne gegen die neuen „Bedrohungen und Gefahren des 21. Jahrhunderts“ bestehen.

Macron fordert Perspektiven für CO2-freie Wirtschaft

Am lautesten war der Beifall, als sich Macron ausführlich mit dem Thema Klimawandel beschäftigte. Durch die zunehmende Verschmutzung der Meere, den Ausstoß von CO2 und die Zerstörung der Artenvielfalt werde der Planet „getötet“, sagt der 40-Jährige. „Aber es gibt keinen Planeten B.“ Politiker seien heute verpflichtet, „unseren Kindern eine Erde zu hinterlassen, die auch in 25 Jahren noch bewohnbar ist“. Dazu müsse ein „sanfter Übergang“ zu einer perspektivisch CO2-freien Wirtschaft geschafft werden. „Make our Planet great again“ müsse die Devise sein, sagte der Gast in Anlehnung an einen Leitspruch Trumps.

Handelskriege würden „Jobs zerstören, Preise erhöhen und die Mittelschicht in Mitleidenschaft ziehen“. Um aktuelle Probleme zu lösen und einen „freien und fairen Handel“ zu gewährleisten, sei die Welthandelsorganisation WTO die allein richtige Instanz.

Macron ruft zu Kampf gegen Fake News auf

Grundsätzlich wurde Macron bei einem Thema, das durch Trump erst Auftrieb erhalten hatte: „Wir müssen gegen den immer größer werdenden Virus der ‚Fake News‘ kämpfen.“ Ohne Vernunft und Wahrheit gebe es keine Demokratie. Was das Dauerthema Iran angeht, blieb Macron bei seiner Linie: „Niemals“ dürfe Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Um das durchzusetzen, sei der Vertrag auszubauen, aber nicht zu schreddern. Die Politik dürfe „niemals zu einem Krieg im Nahen Osten führen“.

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