Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, hält die in den vergangenen Wochen geführte Debatte über Ungleichbehandlung und Belästigung von Frauen für nachrangig. „Ich glaube, dass dieses Land wichtigere Probleme hat als irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen minoren Sexismus-Debatten“, sagte Weidel in einem Interview der „Bild am Sonntag“. Der Fall des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der über Jahrzehnte hinweg Frauen missbraucht haben soll, hatte international eine Auseinandersetzung mit sexueller Belästigung und sexueller Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Unter dem Hashtag #metoo hatten Millionen Frauen ihre Erfahrungen geteilt, darunter auch viele Frauen in Deutschland.

Ihre eigene Partei will Weidel attraktiver machen für Wählerinnen. Nur 18 Prozent der AfD-Wähler seien Frauen, so die Fraktionsvorsitzende. „Das ist viel zu wenig“, sagte sie. Die Partei habe noch keine ausreichenden Antworten auf Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Weidel sprach sich im Interview für gebührenfreie Kitas und Kindergärten aus, „weil das Familien direkt hilft“.

Nach Angaben von Weidel strebt die AfD zudem langfristig eine Regierungsbeteiligung an. „Mittelfristig ist es unser Ziel, zu gestalten, und dafür wollen wir in die Regierung“, so Weidel. Ab 2021 wolle die Partei dafür bereit sein.

tma